Klein, Frodeno und FCS Tischtennis sind die Saarsportler 2019

Kostenpflichtiger Inhalt: Gala in Saarlouis : Die Victoria als Motivationsschub für Tokio

Radfahrerin Lisa Klein ist Saarsportlerin des Jahres. Die weiteren Auszeichnungen gehen an Jan Frodeno und den FCS Tischtennis.

Radfahrerin Lisa Klein, Triathlet Jan Frodeno und die Tischtennisspieler des 1. FC Saarbrücken sind die Saar-Sportler 2019. Am Sonntagabend wurden die Top-Stars des Saarsports auf einer Gala im Saarlouiser Theater am Ring gekürt. „Ich habe extra den Urlaub verlegt, damit ich heute da sein kann. Der Titel gibt mir Motivation in Richtung Olympia in Tokio. Ich freue mich sehr“, sagte Klein, die sich bei den Frauen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Triathletin Anne Haug lieferte, mit der Victoria in der Hand. „Die Entscheidung fiel tatsächlich erst mit den letzten paar Stimmzetteln“, erzählte Thomas Wollscheid, der Vorsitzende des Vereins Saarländische Sportjournalisten (VSS), der auch bei der 25. Auflage für die Wahl verantwortlich zeichnete. Die 23-jährige Zeitfahr-Spezialistin Klein holte in diesem Jahr unter anderem bei der WM Platz fünf in ihrer Paradedisziplin, Silber gab es in der gemischten Staffel.

Per Videobotschaft wendete sich der Gewinner der Männer-Konkurrenz an die Gäste. Jan Frodeno (38) war bei einem Radrennen unterwegs, konnte wie der drittplatzierte Badminton-Spieler Marvin Seidel (Turnier in Indien) nicht teilnehmen. „Ich erinnere mich immer gerne an die tollen Tage an der Hermann-Neuberger-Sportschule und freue mich so sehr über diesen Preis“, sagte „Frodo“, der in diesem Jahr Geschichte geschrieben hat. Der Olympiasieger von 2008 setzte sich zum dritten Mal nach 2015 und 2016 im Triathlon-Mekka beim Ironman auf Hawaii durch.

Zweiter bei den Männern wurde Tischtennisspieler Patrick Franziska, der wenig später mit seinem 1. FC Saarbrücken richtig jubeln durfte. „Franz“ und Co. wurden von der Fachjury aus Sportjournalisten und Vertretern der Sport-Fachverbände zur Mannschaft des Jahres gewählt. Der 27-jährige Franziska hat mit dem FCS jeweils das Finale der deutschen Meisterschaft und des ETTU-Cups erreicht. Wegen des Liga-Krimis gegen den TTC Schwalbe Bergneustadt schafften es die Gewinner erst auf den letzten Drücker, kurz vor Ende der Gala, noch nach Saarlouis. Nach einer 2:0-Führung war das Spiel doch noch bis ins Doppel gegangen und dauerte fast vier Stunden, ehe der 3:2-Sieg des FCS feststand. Saarbrücken bleibt damit Tabellenführer und hatte doppelten Grund zum Feiern.

In Anwesenheit von Alfons Hörmann, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), ehrte Adrian Zöhler, Präsident des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS), die Nachwuchssportlerin des Jahres. Der Landesausschuss Leistungssport hatte sich für die Ruderin Ella Reim vom RV Saarbrücken entschieden.

„Der Saarsport hat deutsche Sportgeschichte geschrieben, weit über die eigentliche Größe hinaus“, sagte Hörmann und forderte besonders die Ehrenamtlichen auf, weiter zusammenzustehen: „Ohne ein starkes Saarland wird es kein erfolgreiches Sportdeutschland geben.“

Nachdem die Saarsportler-Wahl wegen des Finanzskandals beim LSVS 2018 sogar ganz vor dem Aus stand, sind die Verantwortlichen mit der Veranstaltung nun neue Wege gegangen: Keine auswärtigen Musikstars oder Akrobaten, stattdessen sorgte das Gunni-Mahling-Showensemble für Unterhaltung. Wie auch Josephine Henning. Was die ehemalige Weltklasse-Fußballerin mit den Beinen kann, war bekannt – dass die heutige TV-Expertin mit Farbe, Pinsel und Leinwand live auf der Bühne begeistern kann, war für viele der über 600 Gäste eine Überraschung. Die gab es auch für Werner Otto und Herbert Binkert aus der saarländischen Nationalmannschaft, die Deutschland 1954 erst einmal schlagen musste, bevor man Weltmeister wurde. Zu ihrer unterhalt­samen Gesprächsrunde gehörte auch Trainerlegende Klaus Schlappner.

Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (rechts), gratuliert Ruderin Ella Reim, der Nachwuchssportlerin 2019. Foto: Thomas Wieck
Der Saarsportler des Jahres 2019, Triathlon-Star Jan Frodeno, war nicht da, sendete aber Grüße über eine Videobotschaft. Foto: Thomas Wieck
Die Fußball-Ikonen Werner Otto, Herbert Binkert und Klaus Schlappner (von links) unterhielten die Gäste in einer launigen Gesprächsrunde. Foto: Thomas Wieck

„Es ist für jeden Sportler etwas ganz Besonderes, für seine Leistung hier geehrt zu werden“ sagte Christian Schwarzer, 1995 mit dem TV Niederwürzbach erste Mannschaft des Jahres, der wie alle Gewinner der letzten 25 Jahre zu der Veranstaltung eingeladen war. 1995 erste Sportlerin des Jahres war Schwimmerin Marietta Uhle: „Es war der größte Erfolg für mich hier im Saarland. Auch wenn die Bilder von damals heute schon witzig sind.“ Beim anschließenden Empfang herrschte ohnehin Einigkeit: Die Wahl der Saarsportler 2019 war auch im neuen Gewand an neuer Stätte wieder einmal das Familenfest des Saarsports.