Klare Zuständigkeiten im Biathlon

Klare Zuständigkeiten im Biathlon

Die größte Baustelle bei der Klausurtagung des Deutschen Skiverbandes war die Neuordnung im Trainerbereich der Biathleten. Mit Gerald Hönig und Mark Kirchner gibt es ab sofort nur noch zwei Verantwortliche, die entscheiden.

Nach dem enttäuschenden Abschneiden der Biathleten bei den Olympischen Spielen in Sotschi hat der Deutsche Skiverband (DSV) Konsequenzen gezogen. Wie der DSV mitteilte, wird die Stelle des wie geplant scheidenden Chefbundestrainers Uwe Müssiggang nicht neu besetzt. Zudem wird Ricco Groß, zuletzt neben Gerald Hönig für die Frauen zuständig, seinen Posten räumen und die IBU-Cup-Mannschaft übernehmen - der IBU-Cup ist der Unterbau des Biathlon-Weltcups. Bundestrainer der Männer bleibt Mark Kirchner, für die Frauen ist nun Hönig alleinverantwortlich. Fritz Fischer, zuletzt neben Kirchner für die Männer zuständig, verabschiedete sich in den Trainer-Ruhestand.

"Mit der Neuordnung im Biathlon wollen wir insbesondere für den Damenbereich die Weichen für den nächsten erfolgreichen Olympiazyklus stellen", sagte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller: "Mit Gerald Hönig im Weltcup und Ricco Groß auf IBU-Cup-Ebene haben wir zwei erfahrene Trainer in der Verantwortung."

Zuletzt hatte es vor allem im Damenbereich teils heftige Kritik an den Trainern gegeben - unter anderem auch von der zurückgetretenen Rekord-Weltmeisterin Magdalena Neuner. Diese hatte von einer "riesengroßen Kluft zwischen Sportlern und Trainern" gesprochen. Bei Olympia waren die deutschen Frauen erstmals ohne Medaille geblieben.

Keine Veränderungen auf den Cheftrainer-Positionen gab es im Langlauf (Frank Ullrich), in der Nordischen Kombination (Hermann Weinbuch) und im Skispringen (Männer: Werner Schuster/Frauen: Andreas Bauer). Der Verband berief erwartungsgemäß den Österreicher Mathias Berthold zum Ski-Alpin-Cheftrainer der Männer. Er folgt auf Karlheinz Waibel, der nun disziplinübergreifender Bundestrainer Wissenschaft/Material ist. Berthold ist ein bekanntes Gesicht. Ab 2003 war er Techniktrainer, und zwischen 2006 und 2010 hatte er als Cheftrainer der Frauen-Mannschaft fungiert. Er war mitverantwortlich für drei Goldmedaillen bei Olympia in Vancouver. Im zurückliegenden Olympia-Zyklus betreute er die österreichischen Männer.