| 20:52 Uhr

Fußball-Saarlandpokal
Klare Sache für den Favoriten

Kilian Biesel, der Torwart des FC Noswendel Wadern, schaut dem Schuss von SVE-Stürmer Kai Merk hinterher, der zum 1:0 einschlägt.
Kilian Biesel, der Torwart des FC Noswendel Wadern, schaut dem Schuss von SVE-Stürmer Kai Merk hinterher, der zum 1:0 einschlägt. FOTO: Andreas Schlichter
Wadern. Regionalligist SV Elversberg erreicht das Saarlandpokalfinale nach einem 7:0-Sieg gegen den FC Noswendel Wadern. Von Heiko Lehmann

„Ich verbuche das als tolles Erlebnis. Man hat als Amateurfußballer nicht oft die Möglichkeit, gegen Profis zu spielen. Aber zweistellig dürfen wir heute nicht verlieren“, sagte Kilian Biesel, der Torhüter des Verbandsligisten FC Noswendel Wadern, gestern in der Halbzeitpause im Halbfinale des Fußball-Saarlandpokals. Zu diesem Zeitpunkt führte der Regionalligist SV Elversberg bereits mit 4:0. Kai Merk mit einem Abstauber (11.), Kevin Koffi nach einem Solo (22.) und Kevin Maek per Kopf (27.) schossen die SVE früh mit 3:0 in Führung und entschieden das ungleiche Duell vorzeitig.


„Wir haben nie richtig Zugriff auf das Spiel bekommen, und die Elversberger haben gerade auf den Außenbahnen schon eine brutale Qualität“, sagt Noswendels Trainer Thorsten Schütte nach der 0:7-Niederlage. Vor 1000 Zuschauern auf dem Rasenplatz in Wadern war die Heimelf 45 Minuten lang komplett chancenlos. Das Geschehen spielte sich fast ausschließlich um den Strafraum des FC ab. Die SVE vergab eine Vielzahl an klaren Torchancen und scheiterte dabei immer wieder am starken Schlussmann Biesel. Beim 4:0 durch SVE-Kapitän Leandro Grech war Biesel aber machtlos. Aus 22 Metern versenkte der Argentinier den Ball per indirektem Freistoß genau im Winkel (42.). „Ich hatte eigentlich gedacht, wir würden hier mehr Probleme bekommen. Aber wir hatten heute die richtige Motivation für dieses Spiel“, sagte Grech.

Die richtige Motivation lebte Interimstrainer Roland Seitz an der Außenlinie vor. Auch nach dem 4:0 forderte Seitz seine Spieler auf, den Druck und die Konzentration hochzuhalten. „Das war heute ein Pokalhalbfinale. Solche Spiele kannst du nur mit Volldampf angehen, sonst bist du ganz schnell ausgeschieden“, sagte Seitz nach dem fünften Pokalfinal-Einzug der SVE in Folge.

Auch im zweiten Durchgang gab der Regionalligist den Ton an. Merk mit einem 16-Meter-Schuss (60.), Koffi mit einem Abstauber (75.) und Sven Sellentin mit einem Schlenzer aus zehn Metern erzielten die Tore fünf bis sieben für die SV Elversberg. Joachim Salina, der Vorsitzende der Vereinsverwaltung beim FC Noswendel Wadern, nahm die Niederlage gelassen hin. „Ich würde sogar sagen, dass das Ergebnis heute zweitrangig ist. Wir haben heute bei tollem Wetter ein schönes Fußballfest gefeiert, und ich denke, es hat allen Beteiligten Spaß gemacht“, so Salina.

Richtig Spaß hätte es der Heimelf bestimmt gemacht, wenn der Ehrentreffer noch gefallen wäre. Zwei Großchancen hatte der FC in den 90 Minuten. Philipp Weber schoss aus acht Metern an die Latte (50.), und in der 90. Minute lief Marcel Lorig bei einem Konter alleine auf das SVE-Tor zu und schoss Schlussmann Frank Lehmann an den Fuß. „Den muss ich machen, das nervt. Dann hätten wir einen schönen Abschluss gehabt. Aber es war auch so eine interessante Erfahrung, einmal gegen Profis zu spielen“, sagte Lorig.



Überschattet wurde das Spiel von einer schweren Verletzung von Alexander Neu, einem Mittelfeldspieler des FC Noswendel Wadern. Nach einem Zusammenprall mit einem SVE-Gegner musste Neu mit Verdacht auf Jochbeinbruch in ein Krankenhaus gebracht werden.