Meister noch ohne Sieg: Klare Leistungssteigerung und drei Gewinner

Meister noch ohne Sieg : Klare Leistungssteigerung und drei Gewinner

Obwohl es beim 0:0 gegen den FCS keinen Sieg gab, spielte die SV Elversberg deutlich besser als noch im ersten Saisonspiel.

Grundsätzlich ist man als amtierender Meister mit einem Saisonstart mit zwei Punkten aus zwei Spielen nicht zufrieden. Bei Fußball-Regionalligist SV Elversberg sieht das aktuell aber etwas anders aus. Nach einem schwachen 0:0 gegen Aufsteiger Eintracht Stadtallendorf folgte am Mittwochabend zwar das nächste 0:0 im Derby gegen den 1. FC Saarbrücken, aber es folgte auch eine klare Leistungssteigerung.

„Ich fand unsere Leistung in Ordnung. Das Spiel war in mehrere Phasen unterteilt, in denen mal wir und mal der FCS besser war. Beide hatten gute Torchancen“, sagt der Elversberger Linksaußen Benno Mohr in erfrischendem saarländischen Platt. Der 21-Jährige ist Ur-Saarbrücker und wohnt auf dem Rodenhof, nur drei Minuten vom Saarbrücker Ludwigsparkstadion entfernt. „Ich habe in der Jugend neun Jahre lang für Saarbrücken gespielt. Der FCS hat einen Platz in meinem Herzen“, sagt Mohr.

Er absolvierte nach seinem Wechsel im Sommer von West-Regionalligist Borussia Mönchengladbach II zur SVE am Mittwoch sein erstes Aktivenspiel im Saarland. Dabei hätte Benno Mohr das Derby fast entschieden. In der 46. Minute traf der SVE-Neuzugang aus 16 Metern nur die Querlatte des FCS-Tors. „Da haben nur ein paar Zentimeter gefehlt. Aber wir haben auch ohne Sieg ein starkes Spiel abgeliefert“, sagt der 21-Jährige, der wie Rechtsaußen Florian Bichler ein Sonderlob von Trainer Karsten Neitzel erhielt. „Was die beiden heute gesprintet sind, war der Wahnsinn. Benno ist erst vor drei Wochen zu uns gestoßen. Er braucht noch ein bisschen, bis er bei 100 Prozent ist“, sagte Neitzel.

Den gleichen Eindruck, nämlich dass es noch etwas dauert, hatten die 7819 Zuschauer übrigens auch von der SVE-Offensive. Außer den Attacken von Mohr und Bichler sowie den Vorstößen von Außenverteidiger Lukas Kohler passierte im Spiel nach vorne noch nicht sonderlich viel – und vor allem nur ganz wenig in hohem Tempo.

Während Innenverteidiger Kevin Maek bereits vor dem Spiel wegen einer Knieverletzung passen musste, signalisierte Aleksandar Stevanovic nach 25 Minuten, dass es nicht mehr weitergeht. Der 25-Jährige musste mit einer Knieverletzung (Verdacht auf Meniskusschaden) ausgewechselt werden. Für ihn kam Gaetan Krebs, der ebenfalls noch Trainingsrückstand hat, aber für frischen Wind sorgte.

Maek-Ersatz in der Abwehr war Marco Kofler, der ebenfalls zu den Gewinnern des Spieltages zählte. „Was Marco heute abgeräumt hat, war schon stark“, lobte Neitzel. Ein Saisonstart mit zwei Spielen ohne Gegentor spricht für eine Abwehr, die nach wie vor sehr stabil steht. Die größte Saarbrücker Chance aus dem Spiel heraus resultierte aus einem Missverständnis zwischen Leandro Grech und Thomas Birk. FCS-Stürmer Patrick Schmidt köpfte den Ball aber in der fünften Minute einen Meter am SVE-Tor vorbei.

In der Offensive drückt vielmehr der Schuh. Sowohl die Stürmer Kevin Koffi und Johannes Rahn (eingewechselt) als auch Mittelfeldspieler Milad Salem (eingewechselt) blieben blass. Ohne die Dynamik von Mohr und Bichler passierte nicht viel in der FCS-Hälfte. Bis Montag hat die SVE nun Zeit, an ihrem Spiel nach vorne zu feilen. Dann steht um 20.15 Uhr beim SV Waldhof Mannheim das nächste Topspiel an. Der Vizemeister (null Punkte) empfängt den Meister (zwei Punkte). Einer der beiden muss sich danach wohl oder übel mit einem verpatzen Saison­start zufrieden geben müssen.

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