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Klar hinter den Erwartungen

Klar hinter den Erwartungen

Die Frauen des 1. FC Saarbrücken galten vor der Saison als Titelfavorit Nummer eins in der 2. Bundesliga – und wollten auch selbst den Aufstieg ins Visier nehmen. Zur Saisonhalbzeit ist der FCS davon aber weit weg.

Sie sehen sich als "Imageträger für Verein und Land". Sie sind "auf dem Weg und wollen schnellstmöglich wieder die Eins vorne stehen haben". Doch auch Team-Manager Winfried Klein, von dem diese Äußerungen stammen, muss eingestehen, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden, wenn sich Frauenfußball-Zweitligist 1. FC Saarbrücken an diesem Sonntag nach dem Spiel gegen Schott Mainz (14 Uhr, Kieselhumes) in die Winterpause verabschiedet.

Klein verteidigt Konstellation

Der Titelfavorit aus dem Saarland liegt vor der letzten Partie des Jahres bereits acht Zähler hinter Tabellenführer Borussia Mönchengladbach nur auf Rang vier. Die große Chance auf den Bundesliga-Aufstieg scheint bereits vertan.

"Logischerweise sind die Ansprüche nach Platz drei in der letzten Saison gestiegen. Auch unsere eigenen", sagt Winfried Klein, "aber wenn wir es diesmal nicht schaffen, bricht auch keine Welt zusammen. Sicherlich werden wir intern einige Dinge kritisch beleuchten."

Zum Beispiel die Doppelbelastung von Taifour Diane als Cheftrainer der Frauen und Co-Trainer der Männer-Regionalliga-Mannschaft. Diane, der sich aktuell auf Heimaturlaub in Guinea befindet, ist im Falle von Überschneidungen immer bei den Männern - und folglich bei den Abschlusstrainings oder Spielen der Frauen freitags oder sonntags öfter nicht da. "Das ist kein Problem. Wir ergänzen uns im Triumvirat sehr gut", verteidigt der 62-jährige Klein die Konstellation: "Co-Trainerin Sarah Karnbach ist eine tolle, ausgleichende Persönlichkeit. Ich bin eher der Forsche, und Tai bringt als Chef seine Erfahrung im Profifußball ein."

Kritiker behaupten, genau an dieser professionellen Einstellung hapere es bei mancher Spielerin, der Kader sei zu groß und nicht alle für den Sprung in Liga eins bereit. "Nonsens", ärgert sich Klein, "auf der Kaderliste stehen 32 Spielerinnen, darunter auch acht bis zehn, die wir perspektivisch dazu rechnen. Der engere Kader umfasst 22 Namen, wir haben eine Trainingsbeteiligung von über 90 Prozent."

Dort zuletzt wenig gesehen wurde allerdings die einzige Profispielerin im Kader, die US-Amerikanerin Tesa McKibben. "Sie ist eine Spielerin, die für die Klasse überragend sein kann", sagt Klein, "aber sie hat nun zum dritten Mal einen Bänderriss im Sprunggelenk. Sie befindet sich derzeit in Behandlung und wird hoffentlich im Januar wieder bei uns einsteigen."

Nach dem Ausstieg von Abteilungsleiter August Leugers-Scherzberg hat Klein kommissarisch auch dessen Aufgaben übernommen. Noch mehr Arbeit droht, wenn im Sommer B-Jugend-Trainer Pascal Völkle (aus gesundheitlichen Gründen) sowie Kai Klankert als Trainer der Regionalliga-Damen und sportlicher Leiter der weiblichen Jugend die Abteilung verlassen werden.

Klankert hört in Abteilung auf

"Ich habe dem FCS meine Entscheidung frühzeitig mitgeteilt, damit er ausreichend Zeit hat, eine optimale Nachfolgeregelung für die Mädels zu finden", sagt Klankert, den es nach sechs Jahren im Mädchen- und Frauenfußball zurück in den Jungs-/Männer-Fußball zieht. "Kai wird als Trainer und wichtiges Bindeglied im organisatorischen Bereich nur schwer zu ersetzen sein", sagt Klein: "Wir haben bereits einen Nachfolger im Auge. Aber es ist klar, dass wir die Aufgaben zumindest in der Anfangsphase auf mehrere Schultern verteilen werden."

Die Aufgabe am Sonntag gegen den starken Aufsteiger aus Mainz ist "schwer, aber lösbar", sagt Klein, "aber wenn wir dieses Spiel gewinnen, ist in der Rückrunde noch alles möglich". Dann wären die FCS-Frauen wirklich "auf dem Weg".