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Kiefer packt früh die Koffer

Kiefer packt früh die Koffer

London. Die deutschen Tennisprofis sind bei den 124. All England Championships in Wimbledon für jede Überraschung gut. Gestern trumpften Youngster Tobias Kamke und Andreas Beck mächtig auf

London. Die deutschen Tennisprofis sind bei den 124. All England Championships in Wimbledon für jede Überraschung gut. Gestern trumpften Youngster Tobias Kamke und Andreas Beck mächtig auf. Kamke drehte ein längst verloren geglaubtes Match gegen Guillermo Garcia-Lopez aus Spanien: Durch ein 5:7, 2:6, 7:5, 6:4, 6:4 zog der Lübecker erstmals in Runde zwei ein wie der Stuttgarter Beck, der den Briten Jamie Baker mit 7:6 (7:4), 6:3, 6:4 besiegte. "Es ist ein Riesengefühl, fünf Sätze gespielt zu haben und gleich gewonnen zu haben", sagte der 24-Jährige Kamke, der schon in Roland Garros mit dem Einzug in die zweite Runde aufhorchen ließ. Die Wimbledon-Premiere von Andrea Petkovic ging dagegen ebenso daneben wie der 13. Auftritt von Nicolas Kiefer auf dem Heiligen Rasen. Der Hannoveraner, der nach langer Verletzungspause nur dank einer Wildcard an den Start gehen konnte, unterlag dem Spanier David Ferrer 4:6, 2:6, 3:6 und verabschiedete sich nach Simon Greul und Michael Berrer als dritter der zwölf deutschen Tennis-Herren von dem mit 16,5 Millionen Euro dotierten Grand-Slam-Turnier. "Unterm Strich hatte ich mir viel mehr ausgerechnet", sagte der Viertelfinalist von 1997. "Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt". Wenigstens die zweite Runde erreichen wollte der Routinier, der am 5. Juli 33 Jahre alt und am Ende des Jahres zum ersten Mal Vater werden wird. Denn dann kommt die Queen erstmals seit 33 Jahren wieder nach Wimbledon. "Daraus wird jetzt nichts", sagte der enttäuschte Kiefer. Für Andrea Petkovic ist das Turnier nach dem 6:3, 4:6, 4:6 gegen Anna Tschakwetadse ebenfalls beendet. Nach 1:52 Stunden musste die Darmstädterin, die in Abwesenheit der verletzten Vorjahres-Viertelfinalistin Sabine Lisicki als Hoffnungsträgerin im deutschen Team galt, ihre Tasche wieder packen. Ein Los, das sie mit den Finalistinnen von Roland Garros teilt: Nach Paris-Siegerin Francesca Schiavone aus Italien schied auch die Australierin Samantha Stosur aus. "Die Niederlage geht in Ordnung", sagte s'Hertogenbosch-Finalistin Petkovic, die damit das erhoffte Center-Court-Erlebnis gegen Titelverteidigerin Serena Williams in Runde zwei verpasste. "Sie war das Quäntchen besser." Der Stuttgarter Michael Berrer gab beim Stand von 6:3, 7:5 für den Ukrainer Illya Marchenko wegen Problemen im Sprunggelenk auf. Simon Greul unterlag derweil dem Franzosen Florent Serra mit 6:7 (2:7), 3:6, 2:6.