Kerber glaubt an ihre Chance im ultimativen Duell

Kerber glaubt an ihre Chance im ultimativen Duell

Angelique Kerber will sich an diesem Samstagvormittag im Finale von Melbourne den Traum von ihrem ersten Grand-Slam-Titel erfüllen. Auf der anderen Seite steht allerdings eine ultimative Gewinnerin: Serena Williams.

Ihre neue Popularität bekam Angelique Kerber am Tag vor dem bislang größten Finale ihrer Karriere zu spüren. Als die 28-Jährige in Melbourne zum Entspannen am Yarra River entlang spazierte, bremsten sie etliche Jogger aus. "Viele haben angehalten, um mir Glück zu wünschen. Das hatte ich so noch nicht erlebt", sagte Kerber, die wenig später einen Vorgeschmack auf das Endspiel der Australian Open gegen Titelverteidigerin Serena Williams am Samstag (9.30 Uhr/Eurosport) bekam.

Rund eine Stunde lang trainierten die Finalistinnen wegen des Regens auf zwei unmittelbar nebeneinander liegenden Plätzen. "Das war Zufall", meinte Kerber, die den längeren Atem hatte. Ihre Karten deckte sie erst auf, als Branchenführerin Williams den Court verlassen hatte: "Erst dann habe ich noch zehn Minuten an meinem Matchplan gefeilt."

Die Kielerin, deren Handy nach dem Finaleinzug wegen der vielen Nachrichten "fast explodierte", sagte es mit einem Augenzwinkern - und lächelte. Überhaupt präsentierte sie sich vor der ultimativen Herausforderung entspannt. "Ich glaube, ich werde heute Nacht gut schlafen. Mein halber Traum ist ja schon in Erfüllung gegangen", sagte sie mit Blick auf ihr erstes Major-Endspiel: "Ich kann schon jetzt so viel mitnehmen für die Zukunft. Aber natürlich will ich gewinnen."

Im Finale aber spricht die Bilanz für Powerfrau Williams (5:1 Siege). Doch die 34-Jährige hat auf dem Weg zu ihrem siebten Melbourne-Titel durchaus Respekt vor der kampfstarken Linkshänderin. "Sie ist sehr konstant - und hat mich schon einmal besiegt. Damals hat sie sehr gut aufgeschlagen. Unterschätzen gilt nicht", meinte Williams, die mit ihrem 22. Major-Coup zu Steffi Graf aufschließen könnte. Kerber will allerdings dafür sorgen, dass ihre Mentorin alleinige Rekordhalterin bleibt. "Wir Deutschen müssen zusammenhalten", betonte sie. Und Chancen auf den Siegerscheck in Höhe von rund 2,2 Millionen Euro rechnet sich die Fed-Cup-Spielerin trotz der Dominanz von Williams aus. "Zwischendurch wackelt Serena immer mal wieder. Da muss ich vorbereitet sein. Ich weiß, was ich kann, das muss ich auch zeigen", meinte Kerber. Wohlwissend, um die Stärken des Superstars aus Florida: "Wenn ich zu kurz spiele, schießt mich Serena vom Platz."

Beim Gewinn ihres ersten Major-Titels will Kerber in den Yarra-Fluss springen und einen Fallschirmsprung aus einem Flugzeug wagen. Ihr Team mit Trainer Torben Beltz, der sich in diesen Tagen aus Aberglauben nicht rasiert, und Physio Simon Iden muss nach dem Final-Einzug bereits einen Tanzkurs absolvieren.

Mutter Beata hatte den Erfolg ihrer Tochter wohl schon kommen sehen. "Sie hatte meinen Rückflug von Anfang an auf den 31. Januar gebucht", erzählte Kerber und schmunzelte: "Hut ab, das hat sie wirklich sehr gut hinbekommen."

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Auf einen BlickAndy Murray hat das Finale der Australian Open erreicht. Der britische Weltranglisten-Zweite rang am Freitag Milos Raonic aus Kanada mit 4:6, 7:5, 6:7 (4:7), 6:4, 6:2 nieder. Damit kommt es am Sonntag (9.30 Uhr/Eurosport) zur Neuauflage des letztjährigen Finales zwischen Murray und dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic aus Serbien.Die Schweizerin Martina Hingis und Sania Mirza aus Indien haben unterdessen den Titel im Damen-Doppel gewonnen. Die Weltranglisten-Ersten setzten sich im Endspiel am Freitag gegen das tschechische Duo Andrea Hlavackova und Lucie Hradecka mit 7:6 (7:1), 6:3 durch. Für Hingis und Mirza war es der dritte Grand-Slam-Titel in Serie. dpa