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Fußball-Bundesliga
Keiner kann den Montag leiden

In der Fanszene sind die Meinungen zu den neu eingeführten Montagsspielen der Fußball-Bundesliga eindeutig. Hier tun Stuttgarter Fans ihre Meinung kund.
In der Fanszene sind die Meinungen zu den neu eingeführten Montagsspielen der Fußball-Bundesliga eindeutig. Hier tun Stuttgarter Fans ihre Meinung kund. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Frankfurt. Die Diskussion um die Montagsspiele der Fußball-Bundesliga schlägt vor der ersten Partie hohe Wellen.

Bob Geldof kann sich die Hände reiben. Sein Rockklassiker „I don‘t like Mondays“ wird dem Iren beim Start in die kommende Woche höhere GEMA-Gebühren einbringen als üblich. Denn obwohl Geldof beim Schreiben des Hits vor knapp 40 Jahren nicht an die Bundesliga gedacht hat, gilt sein Motto bei den Fußballfans mehr denn je – das wird sich beim ersten regulären Montagsspiel zwischen Eintracht Frankfurt und RB Leipzig (20.30 Uhr/Eurosport-Player) zeigen.


Die Eintracht-Anhänger werden mit einer Choreographie gegen die Ansetzung der Deutschen Fußball Liga (DFL) protestieren. Der Kurven-Rat hat zudem an die Fans appelliert, „Fahnen und Banner zu Hause zu lassen und auf die Unterstützung unserer Mannschaft zu verzichten“. Noch deutlicher wollen die Anhänger von Borussia Dortmund bei der Partie gegen den FC Augsburg am 26. Februar ihrem Ärger über Montagsspiele Luft machen. Das Bündnis Südtribüne, dem Fanklubs und Ultragruppen angehören, hat einen Boykott angekündigt. „Wenn Begegnungen an Terminen stattfinden, an denen eigentlich niemand Zeit hat, ins Stadion zu gehen, offenbart das eine haarsträubende Gleichgültigkeit gegenüber dem gesellschaftlichen Stellenwert des Fußballs und den Fans, die den Sport erst zu dem machen, was er ist“, ließ das Bündnis verlauten.

Die Anhänger vieler Bundesligisten werfen ihren Chefetagen und der DFL vor, dass der Kommerz Überhand nimmt. Dabei hat die DFL betont, dass die Montagsspiele die TV-Einnahmen nur unwesentlich steigern. Laut der DFL gehe es viel mehr um Reise-Erleichterungen für die Fans und längere Regeneration für die Starter in der Europa League. Doch die DFL, in deren TV-Verträgen die Montagsspiele bis 2021 stehen, hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl hätte nämlich „lieber am Sonntag“ gespielt: „Für uns liegt das Spiel zwischen den Partien gegen den SSC Neapel. Ich hätte lieber mehr Zeit vor dem Rückspiel gehabt“, sagte Hasenhüttl.

Auch die Klub-Verantwortlichen haben mittlerweile realisiert, dass sie den Bogen nicht überspannen sollten. „Ich glaube, wenn wir alle Vibrationen von den Fans und den Sponsoren aufgreifen, dass der Montag keine große Zukunft haben wird“, sagte der Frankfurter Vorstand Axel Hellmann, „ich glaube, dass wir eine Schmerzgrenze erreicht haben, an der wir sagen müssen, wir müssen auf Geld verzichten.“ Hellmann gab aber auch zu: „Man darf die DFL auch nicht verprügeln, wenn die Fernseheinnahmen zurückgehen.“ In eine ähnliche Richtung geht BVB-Boss Hans-Joachim Watzke. „Ohne Montagsspiele werden wir vielleicht ein, zwei Millionen Euro weniger einnehmen. Aber eine größere Einheit mit den Fans ist uns mehr wert.“