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| 21:30 Uhr

Keine Unterstützung gegen Rechts

Aachen. Alemannia-Fans gegen Alemannia-Fans - diesen Kampf führten seit Monaten die "Aachen Ultras" (ACU), eine Fangruppierung des insolventen Fußballdrittligisten, gegen Rechtsextremisten im eigenen Fanblock. Nun haben sie ihn aufgegeben, nach zahlreichen gewaltsamen Übergriffen der verfeindeten "Karlsbande Ultras" (KBU)

Aachen. Alemannia-Fans gegen Alemannia-Fans - diesen Kampf führten seit Monaten die "Aachen Ultras" (ACU), eine Fangruppierung des insolventen Fußballdrittligisten, gegen Rechtsextremisten im eigenen Fanblock. Nun haben sie ihn aufgegeben, nach zahlreichen gewaltsamen Übergriffen der verfeindeten "Karlsbande Ultras" (KBU). Die ACU wird die Alemannia vorerst nicht mehr unterstützen, sie fühlt sich im Stich gelassen von ihrem Verein. "Wir lassen unsere Aktivitäten ruhen", teilte ein Sprecher mit, "aber wir lösen uns nicht auf". Eine Rückkehr ins Stadion hänge in Zukunft "von den Reaktionen des Vereins ab, und davon, wie die Leute sich positionieren.Der Rückzug der linksorientierten Ultra-Gruppierung ist der traurige Höhepunkt eines Konflikts, der sich bereits seit Jahren zuspitzte, in dem Mitglieder der ACU immer wieder Opfer von Attacken durch die KBU wurden. Als Bühne für den vorläufigen Abschied nutzten die "Aachen Ultras" das Zweitrundenspiel im Mittelrheinpokal beim Regionalligisten Viktoria Köln (2:5 n.E.). Mit zahlreichen Transparenten. Die Alemannia, so die Meinung der ACU, verschließe die Augen vor den rechten Strömungen innerhalb der Fanszene. "Nazis am Tivoli? Nie gesehen" oder "Diskriminierende Gesänge? Nie gehört", war dort zu lesen.

"Der Vorwurf der 'Aachen Ultras', der Verein habe sich nicht klar positioniert, ist nicht haltbar", sagte dagegen Holger Voskuhl, Sprecher der Sondierungsgeschäftsführung des Klubs: "Alemannia Aachen spricht sich eindeutig gegen Rechtsextremismus aus. Menschen mit solcher Gesinnung schaden dem Verein", sagte Voskuhl, der allerdings auch sagte: "Es gab zahlreiche Vermittlungsversuche des Vereins innerhalb der Fanszene, die bislang leider gescheitert sind."

Die heutigen Konfliktparteien waren einst in einer gemeinsamen Gruppierung organisiert. Im Sommer 2010 spalteten sich jedoch Teile der ACU ab, um sich als KBU neu zu organisieren. Im Gegensatz zur offen antifaschistischen ACU ist die KBU seither auch Anlaufstelle rechtsextremer Fans. Zu Beginn der Drittligasaison im August erreichten die Übergriffe beim Spiel der Aachener beim 1. FC Saarbrücken eine neue Dimension der Brutalität. Das "Bündnis aktiver Fußballfans" (BAFF) sprach von "einem gezielten und äußerst brutalen Angriff rechter Gruppen aus der Aachener Fanszene". Im November wurden zudem im Anschluss an das Spiel beim VfB Stuttgart II die Insassen eines Pkw attackiert. Die Polizei ordnete die Täter hauptsächlich der KBU zu und sprach 46 befristete Stadionverbote aus.

Bereits im August hatte der Verein mit einer Verschärfung der Hausordnung reagiert, die beide Fan-Lager traf. Zudem verbot die Alemannia Fahnen und Banner mit dem Schriftzug der "Karlsbande" im Umfeld des Stadions. Das Verhalten des Vereins ist für die ACU allerdings kritikwürdig. So sorgte zum Beispiel ein Statement von Sportdirektor Uwe Scherr für großen Unmut. "Politik und Religion haben in den Stadien keinen Zutritt", teilte der Sportdirektor im Verlaufe des Konflikts mit. Ein Satz, der laut der ACU-Kurvenzeitung "Mullejan" die "schwammigen und teils unfassbar bedeutungslosen Worthülsen" seitens des Vereins dokumemtiere. "Nazis am Tivoli? Nie gesehen."

Spruchband der Aachen-Ultras

Hintergrund

Undisziplinierte Chaoten kommen die Fußball-Bundesligisten Schalke 04, SC Freiburg und Bayer Leverkusen teuer zu stehen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verhängte wegen mehrerer Ausschreitungen von Krawallmachern aus den Lagern der drei Klubs gegen Schalke 50 000 Euro, Freiburg 10 000 Euro und Leverkusen 9000 Euro Geldstrafe. Schalker Anhänger hatten Auch Zweitligist 1. FC Kaiserslautern muss aufgrund des Fehlverhaltens seiner Anhänger 9000 Euro Strafe zahlen.

"100 Prozent Das Spiel - 0 Prozent Gewalt", heißt das Motto eines Gemeinschaftsprojektes von ARD, ZDF, Sky, Sport1 und Liga total. Die Sender haben zusammen einen Kurzfilm produziert und werden ihn vom 15. Januar an ausstrahlen. Teil des Projektes ist am gleichen Tag auch eine Diskussionsendung bei Phoenix unter dem Titel "Wem gehört der Fußball?". Die Sender kündigten zudem eine kontinuierliche Berichterstattung zu dem Thema an. sid/dpa