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Keine neue Konkurrenz für den Spielmacher

Keine neue Konkurrenz für den Spielmacher

Die HG Saarlouis steckt wieder im Abstiegskampf. Gefordert ist nun vor allem der, der das Spiel lenken soll: der Spanier Ibai Meoki.

Seit 0.01 Uhr in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ist klar: Das Aufgebot der HG Saarlouis bleibt, wie es ist. Der Handball-Zweitligist war seit Monaten auf der Suche nach einer Ergänzung für die Rückraum-Mitte. Doch weil kein Kandidat ins Anforderungsprofil passte, verstrich das Ende der Transferperiode, ohne dass der Verein einen Spieler verpflichtete. Heute empfängt Saarlouis um 19.30 Uhr den TV Neuhausen in der Stadtgartenhalle. Und am Sonntag um 17 Uhr geht es mit der Partie bei der SG Leutershausen weiter.

"Konkurrenz ist wichtig und hilft jedem in der Mannschaft. Es ist immer gut, wenn es Alternativen gibt. Und ich finde es richtig, dass sich der Verein auch auf meiner Position nach Verstärkungen umgeschaut hat", sagt Ibai Meoki. Der Spanier ist seit 2015 bei der HG und als Spielmacher derzeit gesetzt. Immer wieder warfen ihn in der Hinrunde Verletzungen zurück und hinderten ihn daran, seine Normalform zu erreichen. "Etwas mehr geht immer", sagt er deshalb selbstkritisch: "Aber im Moment habe ich keine Probleme mehr und kann voll trainieren."

Beim Spiel in Hamm reichte dies dem kompletten Rückraum nicht, um zu überzeugen. Wenig Torgefahr und der Eindruck eines fehlenden "Chefs" auf dem Spielfeld waren die Gründe für die 20:25-Niederlage. "Im Moment stehen wir in der Abwehr gut, aber im Angriff hat es nicht so gut geklappt. Wir müssen mehr Druck ausüben, mehr Tempo machen", findet Meoki. Trotz einiger Kritikpunkte sieht er die Entwicklung positiv: "In der Hinrunde fehlten mit Philipp Kessler und Marcel Engels zwei wichtige Spieler verletzt. Momentan sind wir komplett, können mehr laufen, öfter wechseln und haben eben mehr Konkurrenz im Team."

Die wäre mit einem zusätzlichen Spieler auf seiner Position auch für Meoki größer gewesen. "Ich finde, dass sich Ibai richtig gut einbringt. Er hat das Spiel beim 28:23-Sieg in Essen gut geleitet und spricht viel mit der Mannschaft und mir darüber, welche Lösungen wir im Angriff finden können", lobt Trainer Jörg Bohrmann und ergänzt: "Sicherlich hat er nach seiner langwierigen Adduktoren-Verletzung das eine oder andere Prozent verloren. Aber er bleibt für uns ein wichtiger Spieler. Mit seiner Einstellung im Training bin ich jedenfalls sehr zufrieden." Es gehöre zu Bohrmanns Aufgaben, ihm wieder das Selbstvertrauen zu geben, wieder "einen Schritt nach vorne zu machen. Wir müssen ihn noch mehr in die Verantwortung nehmen".

Dabei sieht Trainer Bohrmann auch Meokis Nebenmänner im Rückraum in der Pflicht: der zuletzt angeschlagene Kapitän Jonas Faulenbach und der lange verletzte Rückkehrer Marcel Engels auf der linken Seite sowie die derzeit formschwachen Jerome Müller und Yann Polydore auf der rechten. Über den Franzosen Polydore, der wie Meoki seit 2015 für die HG spielt und nur selten überzeugen konnte, sagt Bohrmann: "Wir versuchen immer wieder, ihm Halt zu geben, damit er sich im Training verbessert und sein Potenzial abrufen kann. Aber der letzte Schritt muss von ihm kommen. Warum das so schwierig ist, lässt sich nur ganz schwer entschlüsseln."

Ibai Meokis Vertrag läuft zum Saisonende aus. "Wir haben schon einmal miteinander gesprochen, aber es ist ja noch Zeit. Jetzt ist erst einmal wichtig, dass wir uns auf die nächsten Spiele konzentrieren. Vor allem das gegen Neuhausen ist sehr wichtig", sagt Meoki, der sich in Saarlouis wohlfühlt und sich prinzipiell vorstellen kann, hier zu bleiben.