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Keine Luft im Abstiegskampf

Saarlouis. Starke Verteidigung, schwacher Angriff: Die HG Saarlouis hat es verpasst, sich im Abstiegskampf etwas Luft zu verschaffen: Durch die 24:25 (11:12)-Heimniederlage gegen den EHV Aue wächst der Druck. Michael Aubert

In der Schlussphase der Zweitliga-Partie zwischen den Handballern der HG Saarlouis und den Gästen der EHV Aue wurde es richtig laut. Zwei Minuten, in denen die Stimmung fast überkochte und die Anfeuerungsrufe und Trommeln der 1410 Zuschauer in der Saarlouiser Stadtgartenhalle die Mannschaft von HG-Trainer Goran Suton nach vorne peitschten. Denn beim Stand von 24:25 und noch knapp zwei Minuten verbleibender Spielzeit ist klar: Die Gastgeber müssen nicht nur den Angriff der Gäste vereiteln, sondern im Gegenzug noch einmal treffen, um noch einen Punkt festzuhalten.

Zwei Minuten später leuchtete auf der Anzeigetafel immer noch 24:25 als Ergebnis. Diese zwei letzten Spielminuten waren ein Spiegelbild des Spielverlaufs. Wie so oft an diesem Abend konnte die HG Saarlouis den Angriff der Gäste unterbinden. In den verbleibenden 56 Sekunden wirkte die HG im eigenen Angriff aber wieder ideenlos. Ein Abend, an dem ihr in der Offensive wenig bis nichts gelang, um das Spiel erneut zu ihren Gunsten zu drehen, um wenigstens diesen einen so wichtigen Punkt im Abstiegskampf in Saarlouis zu halten.

"Im Moment ist es einfach nur bitter, dass wir verloren haben, obwohl wir das Zeug haben, um Aue zu besiegen", sagte ein enttäuschter Merten Krings, "in diesen Situationen ist es wichtig, dass man klare Sachen spielt". Ein klarer Spielzug fehlte nicht nur in der Schlussminute. "Die Schlussphase hatte es in sich, aber es war insgesamt ein zerfahrenes Spiel", erklärte Trainer Goran Suton, "wir haben sehr gut verteidigt, aber im Angriff haben wir einen riesigen Verbesserungsbedarf".

Angesichts des Spielverlaufs wirkte die Enttäuschung umso schwerer. Denn Saarlouis startete stark in das Spiel, begann vor allem in der Verteidigung hochkonzentriert und ließ den Gästen kaum Räume, um Torgefahr zu entwickeln. Es dauerte mehr als sechs Minuten, bis die Gäste das erste Mal jubelten - weitere fünf bis zu ihrem zweiten Treffer. "Wir haben unseren ersten Matchball in den ersten 15 Minuten vergeben", sagte Suton. Die Saarlouiser hatten zu diesem Zeitpunkt selbst erst fünf Treffer markiert und konnten deshalb nicht von ihrer guten Abwehrleistung profitieren. "Wenn wir uns in dieser Phase richtig absetzen können, verlieren die Auer die Lust", meinte Krings.

Doch anstatt davonzuziehen und sich zu belohnen, ließen die HG-Spieler den Gästen wieder mehr Räume. Die Quittung: Mit einem 11:12-Rückstand ging die HG in die Pause. Dass der Rückstand in Hälfte zwei nicht auf mehr als fünf Punkte anstieg, hat die HG unter anderem ihrem starken Schlussmann Patrick Schulz zu verdanken. Das Problem lag am Samstag vorwiegend in der Offensive, wo die Mannschaft zu viele gute Möglichkeiten liegen ließ oder den Abschluss zu früh suchte. "Wir hätten uns heute ein wenig Luft verschaffen können", sagte Krings, "so stehen wir in jedem Spiel wieder unter Druck". Denn so bleibt die HG als Tabellen-15. nur zwei Punkte vor den Abstiegsplätzen.