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Keine großen Sprünge

Keine großen Sprünge

Kaiserslautern. Als Marco Kurz gestern offiziell als neuer Cheftrainer des 1. FC Kaiserslautern vorgestellt wurde, war die Vereinsführung sichtlich bemüht, Zusammenhalt zu demonstrieren. So stellte sich neben dem neuen Trainer und Vorstandschef Stefan Kuntz auch der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Rombach den Journalisten

Kaiserslautern. Als Marco Kurz gestern offiziell als neuer Cheftrainer des 1. FC Kaiserslautern vorgestellt wurde, war die Vereinsführung sichtlich bemüht, Zusammenhalt zu demonstrieren. So stellte sich neben dem neuen Trainer und Vorstandschef Stefan Kuntz auch der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Rombach den Journalisten. "Die Verpflichtung von Marco Kurz war eine Entscheidung der gesamten Führung, zu der wir ohne Wenn und Aber stehen", betonte der Informatiker die uneingeschränkte Zustimmung des Aufsichtsrats zu der Personalie.

Kurz selbst ist "froh und stolz" über seine neue Position. "Lautern ist eine Topadresse im deutschen Fußball", sagt der 40-Jährige, nicht ohne einschränkend hinzuzufügen, dass der "Verein immer noch auf dem Weg der Konsolidierung" ist. Er muss es wissen, betont Stefan Kuntz doch immer wieder, dass der enge wirtschaftliche Rahmen des Vereins der Hauptgrund für die lange Trainersuche und die späte Entscheidung zu Gunsten von Kurz war. Kuntz sagt dazu: "Sehr viele der gehandelten Namen waren utopisch. Der Vorteil bei Marco ist, dass er einen Traditionsverein schon zwei Jahre geführt hat." Genau hier setzt allerdings auch Kritik einiger Beobachter an: Auf seiner bislang einzigen Profistation hatte Kurz den TSV 1860 München trainiert, wurde dort aber nach zwei Jahren wegen fehlenden Erfolgs im Februar entlassen.

Der neue Trainer hat nach eigener Aussage "klare Ziele und Vorstellungen". Ein konkretes Saisonziel auszugeben - das ist Kurz, der am Montag zum ersten Mal mit der Mannschaft trainieren wird, aber noch zu früh. Zuerst möchte er die noch ausstehende Zusammenstellung des Lauterer Spielerkaders für die neue Zweitliga-Saison abwarten. "Ich habe einen regen Austausch mit Stefan Kuntz, was Neuverpflichtungen betrifft. Zeit ist noch genügend da."

Auch bei der Sichtung neuer Spieler ist die knappe Finanzlage des FCK das entscheidende Kriterium. "Wir haben so gut wie keinen Spielraum. Wenn ich einen Berater frage, was der Spieler kostet, dann ist das Gespräch in 90 Prozent der Fälle beendet", räumt Kuntz ein. Mit einem Lizenzspieler-Etat von acht Millionen Euro für die Saison 2009/10 liegt der FCK nach Kuntz' Angaben knapp unter dem Liga-Durchschnitt.

Anstelle teurer Einkäufe setzt Marco Kurz auf die eigene Jugend. Er strebt eine "enge Verknüpfung mit der U23 und U21 bis zur U17 hinuter" an. Realist Kurz weiß: Der FCK ist "kein Verein, der die großen Sprünge machen wird".