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Keine Euphorie in Saarlouis

Keine Euphorie in Saarlouis

Der Ligaverband der Handball-Bundesliga hat dem TV Großwallstadt die Lizenz für die 2. Liga entzogen. Damit kann die HG Saarlouis im Kampf um den Klassenverbleib aufatmen. Sie will sportlich aber weiter Gas geben.

Ein Tag nach der Verkündung, dass Ex-Kapitän Danijel Grgic dem Handball-Zweitligisten HG Saarlouis auf den letzten Metern zum Klassenverbleib helfen wird (wir berichteten), teilte die Handball Bundesliga (HBL) mit, dass Ligakonkurrent TV Großwallstadt keine Zweitliga-Lizenz für die kommende Spielzeit erhält. Damit wäre der Klassenverbleib der HG vor dem wichtigen Heimspiel gegen den HC Empor Rostock morgen um 19.30 Uhr bereits gesichert.

"Es kann natürlich sein, dass Danijels Reaktivierung eine Rolle gespielt und großen Eindruck gemacht hat", scherzt Darius Jonczyk, HG-Kapitän und guter Freund von Grgic, dem er im Training einen "sehr guten Eindruck" attestiert. "Vielleicht können wir durch ihn und dadurch, dass der Druck etwas geringer wird, freier aufspielen und noch ein paar Punkte holen", hofft der Torwart: "Wir wollen den Klassenverbleib jedenfalls auch sportlich sichern und konzentrieren uns voll auf Rostock."

Trotzdem beherrscht plötzlich eine andere Nachricht die Gedanken. "Der TV Großwallstadt hat am 20. April 2015 eine Lizenz unter einer aufschiebenden Bedingung erhalten. Diese aufschiebende Bedingung hat der TV Großwallstadt nicht erfüllt. Somit sind die Voraussetzungen für eine Lizenzerteilung und die Teilnahme am Spielbetrieb für die Saison 2015/2016 nicht erfüllt", hieß es gestern in der HBL-Meldung. Mit den Worten "Uns liegt aktuell weder eine schriftliche Bestätigung noch eine Begründung vor, daher können wir noch nicht detailliert Stellung beziehen", wird TV-Geschäftsführer Georg Ballmann auf der vereinseigenen Internetseite zitiert. Vor zwei Jahren war der siebenmalige deutsche Meister und viermalige Europapokal-Sieger aus der Bundesliga abgestiegen. Nach Zugang des HBL-Bescheides hat Großwallstadt eine Woche Zeit, um das Urteil vor dem Schiedsgericht anzufechten.

Die Reaktionen in Saarlouis klingen nicht gerade ekstatisch. "Es bleibt bei den Maßnahmen, die wir eingeleitet haben. Wir wollen die Qualifikation nach wie vor sportlich erreichen", sagt der HG-Vorsitzende Richard Jungmann. Trainer Goran Suton beweist, dass es noch weniger euphorisch geht. "Ich glaube noch nicht zu 100 Prozent daran", meint er und erinnert bei seiner Begründung an "den Hick-Hack nach der letzten Saison". Damals war Saarlouis abgestiegen, bekam dann aber die Meldung vom nachträglichen Klassenverbleib, weil Erstligist HSV Hamburg keine Lizenz erhielt. Ein Schiedsgericht entschied aber zu Gunsten des HSV, der in der Bundesliga blieb. Eine einstweilige Verfügung sicherte der HG letztendlich den Klassenverbleib in Liga zwei. "Ich weiß nicht, was noch passieren kann. Aber nur, wenn wir es auch sportlich schaffen, kann es uns egal sein", sagt Suton, der im Spiel gegen Rostock wohl auf Eduard Kyuyko (Rückenprobleme) verzichten muss.

Mit dem Klassenverbleib wäre die wichtigste Voraussetzung für endgültige Verhandlungen mit Neuzugängen erfüllt. Die Leistungsträger Dirk Holzner und Merten Krings sowie Bartosz Janiszewski verlassen Saarlouis . Als bisher einziger Neuzugang steht Jerome Müller vom SV 64 Zweibrücken fest. "Wir gehen davon aus, dass die Mannschaft im Laufe der nächsten Woche komplett sein wird. Dazu fehlt noch eine Unterschrift, und daran arbeiten wir mit Hochdruck", sagt Jungmann und lässt dabei durchblicken, weshalb er trotz der guten Nachricht im Moment keine Zeit für Euphorie hat.

Zum Thema:

Am RandeDer THW Kiel kommt seiner 20. deutschen Handball-Meisterschaft immer näher. Der Spitzenreiter und Titelverteidiger setzte sich am späten Mittwochabend im Spiel gegen GWD Minden mit 24:23 (12:9) durch und wahrte seinen Vorsprung auf die Rhein-Neckar Löwen, die zeitgleich gegen HBW Balingen-Weilstetten mit 36:25 (20:13) gewannen. Bei vier ausstehenden Spielen liegen die Kieler mit 61:7 Zählern zwei Minuspunkte vor den Löwen (55:9), die zwei Partien im Rückstand sind. sid