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Keine Angst vorm „Pleiten-Triple“

Keine Angst vorm „Pleiten-Triple“

Am Sonntag, 14.30 Uhr, spielt Werder Bremen im DFB-Pokal bei Drittligist 1. FC Saarbrücken. In den zwei vergangenen Spielzeiten ist Werder jeweils an einem Drittligisten gescheitert. Werder-Manager Thomas Eichin hat vor dem Spiel im Ludwigspark aber keine Angst vor einem erneuten Scheitern, sagt er SZ-Mitarbeiter Patric Cordier.

Herr Eichin, Ihr ehemaliger Verein, Eishockey-Bundesligist Kölner Haie, wurde zuletzt deutscher Vize-Meister. Haben Sie mitgefiebert, mitgefeiert?

Thomas Eichin: Natürlich geht man da mit. Es war sehr schade, dass sich die Haie, als vielleicht beste Mannschaft der Saison, nicht gegen die erfahrenere Mannschaft der Eisbären Berlin durchsetzen konnte. Aber vielleicht klappt es ja diesmal.

Wo ist der Unterschied in der Arbeit bei einem Fußball- und einem Eishockey-Bundesligisten?

Eichin: Im Marketing und Merchandising ist das durchaus vergleichbar. Der Unterschied ist die Medienpräsenz. Im Fußball ist alles bombastischer. In Köln habe ich drei Minuten für Medienarbeit gebraucht, in Bremen drei Stunden täglich.

Klaus Allofs, Ihr Vorgänger bei Werder, hat den Verein über lange Zeit geprägt. Wo haben Sie in Ihrer Amtszeit bislang Ihre ganz persönlichen, neuen Schwerpunkte setzen können?

Eichin: Ich kam ja mitten in der Saison und war gleich als Krisenmanager gefragt. Jetzt ist meine Aufgabe, mit unseren Mitteln einen Kader zu basteln. Die große Zeit bei Werder liegt einige Jahre zurück, und vielleicht muss man einen Schritt zurückmachen, um zwei nach vorne machen zu können. Daran kann man mich in zwei, drei Jahren messen.

Der SV Werder ist in Bremen eine Institution. Die ganze Stadt litt im Abstiegskampf und feierte den Klassenverbleib. Wo steht Werder Bremen derzeit?

Eichin: In der Wahrnehmung sind wir einer der Top-Fünf-Vereine in Deutschland, der Stadien füllt. In der Realität stand Werder in drei Jahren zwei Mal im Abstiegskampf. Ich bin kein Prophet, aber ich bin überzeugt, dass wir mit Robin Dutt den Mann haben, um nach vorne zu kommen.

Die Ergebnisse der Vorbereitung waren durchwachsen. Was macht Sie sicher, mit Robin Dutt den richtigen Nachfolger als Trainer für Thomas Schaf gefunden zu haben? Wie viel Zeit hat er?

Eichin: In der Bundesliga hat man eigentlich keine Zeit. Selbst in der Vorbereitung schauen die Medien hauptsächlich auf Ergebnisse. Wir haben das nicht getan, sind ruhig geblieben, weil wir wussten, dass vieles ausprobiert wird. Robin Dutt ist ein bodenständiger Mensch, fachlich und taktisch ein herausragender Experte. Und in Freiburg war er auch Nachfolger eines renommierten Trainers, Volker Finke.

Vereine wie Bayern München oder Borussia Dortmund zahlen für einzelne Spieler mal eben so zweistellige Millionen Beträge. Droht uns die große Langeweile in der Bundesliga?

Eichin: Jammern hilft nicht. Es muss Ansporn sein, sie mit anderen Mitteln zu schlagen. Langeweile erwarte ich nicht.

1. FC Heidenheim. Preußen Münster. Zwei Drittligisten waren für Werder in den letzten beiden Jahren im DFB-Pokal unüberwindbare Hürden. Am Sonntag kommt der SV Werder zum 1. FC Saarbrücken. Wieder ein Drittligist. Wie groß ist die Angst vorm "Pleiten-Triple"?

Eichin: Der Pokal ist enorm wichtig für alle Bundesligisten. Da gibt es keine Diskussion. Aber anders als zu meiner Zeit (Anm. d. Red.: Eichin bestritt alleine 180 Bundesligaspiele für Borussia Mönchengladbach) sind Drittligisten heute taktisch sehr viel besser geschult, stehen deutlich kompakter und disziplinierter. Fußball spielen konnten die damals schon. Dennoch muss man am Sonntag sehen, wer Erst- und wer Drittligist ist.

Was wissen Sie vom FCS, was erwarten Sie vom Spiel?

Eichin: Wir haben Informationen über alle unsere Gegner. Und auch Saarbrücken haben wir uns genau angeschaut. Ich will nicht mehr sagen, als: Wir werden sehr gut vorbereitet sein, auch wenn sich die Saarbrücker Mannschaft sicher ganz anders präsentieren wird, als im letzten Ligaspiel beim 1:5 gegen Kiel.

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HintergrundZwei Stunden trainierte Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken gestern. Beim im Mittelpunkt der Einheit stehenden Spiel Elf gegen Elf kamen auch Spieler aus der U23 und U19 zum Einsatz. Abwehrchef Nils Fischer bestritt ein leichtes Laufprogramm, wurde immer wieder von Physiotherapeut Paolo da Palma an der gezerrten Schulter behandelt. Heute um 11 Uhr informieren Verein und Caterer über das Versorgungskonzept beim DFB-Pokalspiel gegen Werder Bremen (Anstoß Sonntag, 14.30 Uhr, Ludwigsparkstadion). cor