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Kein Sand im Getriebe

Die Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig (links) und Kira Walkenhorst haben ein erfolgreiches Jahr hinter sich und wollen es mit dem Triumph in Rio krönen. Foto: Reinhardt/dpa
Die Beachvolleyballerinnen Laura Ludwig (links) und Kira Walkenhorst haben ein erfolgreiches Jahr hinter sich und wollen es mit dem Triumph in Rio krönen. Foto: Reinhardt/dpa FOTO: Reinhardt/dpa
Rio de Janeiro. Die Beachvolleyball-Europameisterinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst sind heiße Kandidaten auf eine Medaille. Auch London-Olympiasieger Julius Brink schwärmt von dem deutschen Top-Duo. sid-Mitarbeiter Dominik Kortus

Vor knapp zwei Jahren war das große Ziel Olympiamedaille für Laura Ludwig und Kira Walkenhorst ganz weit weg. Pfeiffersches Drüsenfieber lautete die Diagnose bei Walkenhorst, vorzeitiges Saisonende, beschwerliche Monate der Genesung folgten. Ehe es die nächste bittere Diagnose gab: Knieverletzung, Operation, weitere Pause.


Doch inzwischen hat sich das Bild gewandelt: In Rio gelten die beiden besten deutschen Beachvolleyballerinnen als heiße Medaillenkandidaten. "Wenn die beiden das spielen, was sie können, dann sind sie für mich der Goldmedaillen-Favorit", sagte Olympiasieger Julius Brink über seine potenziellen Nachfolgerinnen: "Sie haben zuletzt auf der Major Series abgeräumt und so Beachvolleyball gespielt, wie es kein anderes Team derzeit kann."

Erst am vergangenen Wochenende gewannen Ludwig und Walkenhorst im Beachvolleyball-Mekka Klagenfurt die Olympia-Generalprobe, es war bereits der fünfte wichtige Turniersieg in diesem Jahr für die Weltranglistenersten und Europameisterinnen. In Rio könnten die Deutschen das erste europäische Duo überhaupt werden, das eine Olympiamedaille gewinnt. "Wir haben uns ein gutes Selbstbewusstsein erarbeitet, das nehmen wir auf jeden Fall mit nach Rio . Und wir nehmen auch gerne eine Favoritenrolle an", sagte Ludwig: "Es ist ja nicht zu verschweigen, dass wir sehr gute Wochen gehabt haben. Da kann man nicht sagen, dass wir nicht um eine Medaille mitspielen wollen. Das wäre sicherlich falsch."



Ein Grund für die derzeitige Topform: eben ihr schwerer Weg nach Rio . "Das hat uns nur noch stärker gemacht, uns zusammengeschweißt. Wir hatten keinen Plan B, wir wollten das zusammen durchziehen", sagte Ludwig. Und Walkenhorst ergänzte: "Im Nachhinein sind wir alle gestärkt aus der Situation herausgegangen. Als Team hat uns das enger zusammengeschweißt und noch härter trainieren lassen, um unseren Traum zu erfüllen."

Und das zahlte sich aus. Im Vorfeld Olympias gewannen die beiden Deutschen gegen ihre schärfsten Konkurrentinnen: die brasilianischen Weltmeisterinnen Agatha und Barbara oder die dreimalige Olympiasiegerin Kerri Walsh mit ihrer Partnerin April Ross aus den USA. Vor allem im Aufschlag und in der Block-/Feldabwehr sind die Deutschen derzeit ihren Gegnerinnen einen Schritt voraus. "Das gab es so noch nie, dass es ein Team gibt, das mit so einer Qualität zu Olympia fährt", betonte Brink.

Das wird an der weltberühmten Copacabana vor der Kulisse des nicht minder berühmten Zuckerhuts alleine nicht ausreichen. Die beiden "eher unterschiedlichen" Sportlerinnen vertrauen daher auch auf ein bereits hochdekoriertes Team, angeführt von Trainer Jürgen Wagner, der bereits Julius Brink und Jonas Rekermann in London zu Olympiagold führte. "Insgesamt hat er uns in den vier Jahren in vielen Bereichen weitergebracht. Auch mich persönlich", betonte Ludwig: "Darüber bin ich tierisch froh, dass ich das erfahren darf."