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"Kein Raum für Spekulationen"

Bukarest. Spekulationen über Deutschland als Ersatzgastgeber der Europameisterschaft 2012 sind für Theo Zwanziger tabu. Doch dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) könnte bei seiner Premiere auf dem Parkett der internationalen Fußball-Politik unverhofft eine Hauptrolle zufallen Von dpa-Mitarbeiter Arne Richter

Bukarest. Spekulationen über Deutschland als Ersatzgastgeber der Europameisterschaft 2012 sind für Theo Zwanziger tabu. Doch dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) könnte bei seiner Premiere auf dem Parkett der internationalen Fußball-Politik unverhofft eine Hauptrolle zufallen. Im Grand Hotel von Bukarest will das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (Uefa) mit seinem neuen Mitglied Zwanziger heute über Spielorte der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine entscheiden. Probleme von Mitgastgeber Ukraine bei Infrastruktur und Stadionbau lassen vor der Sitzung Mutmaßungen über Ausweichpläne Richtung Westen nicht verstummen.


"Der DFB hat sich in dieser Frage immer klar und deutlich hinter die getroffene Entscheidung der Uefa gestellt. Für sonstige Spekulationen bleibt in dieser Sache also überhaupt kein Raum", sagte Zwanziger. "Unser freundschaftliches Verhältnis zu Polen und der Ukraine muss auch beinhalten, dass wir uns respektvoll mit den Leistungen dieser Länder und Fußball-Verbände auseinander setzen", sagte der Jurist.

Vier Städte in Polen - Warschau, Danzig, Breslau, Posen - und vier in der Ukraine - Kiew, Lwiw, Donezk, Dnjepropetrowsk - nannte die offizielle Turnier-Internetseite der Uefa am Tag vor der Entscheidung weiterhin als Spielorte. Der Inspektions-Bericht einer hochrangigen Uefa-Delegation und eine erneute Präsentation der seit eineinhalb Jahren auch von Uefa-Präsident Michel Platini mitunter scharf kritisierten Gastgeber soll nun das Exekutivkomitee von der Turnier-Tauglichkeit überzeugen.



"Generell ist es sicher so, dass bei zwei Ausrichterstaaten die Wege zwischen den Spielorten oftmals sehr lang sind und somit sachgerechte Lösungen in den Bereichen Unterbringung und Verkehr ganz besonders wichtig sind. Das ist natürlich auch in der Ukraine und in Polen der Fall", sagt Zwanziger und ergänzte. "Grundsätzlich kann ich aber nur noch einmal betonen, dass man den beiden Ländern auch eine faire Chance geben muss." dpa