| 20:45 Uhr

Das ist die deutsche Gruppe
Kein Grund, um nervös zu sein

Gespannt schauen Teammanager Oliver Bierhoff und Joachim Löw bei der Auslosung der WM-Gruppen im Moskauer Kreml auf das Geschehen. Mit den drei Vorrunden-Gegnern konnten beide am Ende gut leben.
Gespannt schauen Teammanager Oliver Bierhoff und Joachim Löw bei der Auslosung der WM-Gruppen im Moskauer Kreml auf das Geschehen. Mit den drei Vorrunden-Gegnern konnten beide am Ende gut leben. FOTO: Especial / dpa
Moskau. Deutschland trifft bei der Fußball-WM 2018 auf Mexiko, Schweden und Südkorea. Erst im Halbfinale droht ein ganz schwerer Brocken.

Joachim Löw plauderte im Moskauer Kreml entspannt mit seinen Trainerkollegen aus aller Welt, die WM-Auslosung hatte den Bundestrainer nicht aus der Ruhe gebracht. Mexiko, Schweden und Südkorea - mit den Gegnern, die ihm die „Losfeen“ Diego Maradona, Cafu und Fabio Cannavaro zuteilten, konnte Löw zufrieden sein. Der Weg zum fünften Stern wird für den Weltmeister 2018 in Russland damit kein Spaziergang, es hätte aber auch weit schlimmer kommen können.


„Erschrocken bin ich sicher nicht. Es gibt keinen Grund, nervös zu sein“, sagte Löw über die „sportlich sehr interessanten Gegner“. Als Weltmeister müsse sein Team aber „egal, in welcher Gruppe wir sind, weiterkommen. Das ist unser Anspruch“,meinte er. DFB-Präsident Reinhard Grindel sprach von „reizvollen Aufgaben“ in Gruppe F. Der noch verletzte Kapitän Manuel Neuer meinte: „Es sind alles sehr ernstzunehmende Gegner, bei denen es aber unser klares Ziel sein muss, uns als Gruppenerster durchzusetzen.“

Ein ganz dicker Brocken wartet wohl erst im Halbfinale, im Viertelfinale sind aber die hoch gehandelten Belgier und England mögliche Gegner. Dass es bereits im Achtelfinale zu einem Duell mit Rekordweltmeister Brasilien aus der Nachbargruppe E kommt, ist nur möglich, wenn einer der beiden Favoriten in der Vorrunde schwächeln würde.

Am 17. Juni (17 Uhr/MESZ) bekommt es Löws Mannschaft im Moskauer Luschniki-Park zunächst mit Mexiko zu tun, das im Sommer im Halbfinale des Confed Cups 4:1 geschlagen wurde. Am 23. Juni (20 Uhr) ist in Sotschi Italien-Schreck Schweden der Gegner, zum Abschluss der Gruppenphase geht es am 27. Juni (16 Uhr) in Kasan gegen Südkorea um den früheren Leverkusener Heung-Min Son.

„Jetzt“, sagte Löw, „kennen wir auch unseren Weg durchs Turnier“ – und der würde als Gruppensieger über Sankt Petersburg und Samara zu Halbfinale und Endspiel zurück ins Luschniki führen. Die Mitfavoriten Frankreich, Spanien und Argentinien sowie Europameister Portugal befinden sich in der „oberen“ Turnierhälfte und sind erst im Halbfinale mögliche Gegner. Im Achtelfinale würde es gegen Brasilien, die Schweiz, Costa Rica oder Serbien gehen. Weil der „deutsche Weg“ klar ist, wird der DFB in Kürze die Quartiersfrage klären. Die Tendenz könnte gen Moskau gehen – in Sotschi spielt der Weltmeister nur ein Mal.



Das Eröffnungsspiel am 14. Juni im Luschniki bestreiten Gastgeber Russland und Saudi-Arabien. In Gruppe B bekommt es Spanien mit Portugal zu tun, Vize-Weltmeister Argentinien trifft in der wohl schwersten Gruppe D auf Neuling Island, Kroatien und Nigeria.

Mit Höhepunkten der WM-Geschichte, die über drei Leinwände flimmerten, und russischer Folklore wurden 1400 geladene Gäste auf die Ziehung eingestimmt. Löw, der bei seiner Ankunft gut gelaunt für Fotos posierte, verfolgte das Geschehen eingerahmt von DFB-Manager Oliver Bierhoff und Grindel. Als Ehrengast trug WM-Rekordtoschütze Miroslav Klose die WM-Trophäe in den Saal. „Wenn man ihn sich so anschaut“, sagte Klose, „kommen so viele emotionale Bilder hoch, das hat etwas Magisches“

Eintrittskarten für die deutschen Spiele können ab Dienstag bestellt werden. Dann startet der Weltverband Fifa (über FIFA.com/tickets) den Verkauf der Ticketkontingente, die allen teilnehmenden Nationalverbänden zugeteilt werden – je acht Prozent der frei verfügbaren Stadionkapazität. Von bislang 750 000 verkauften Tickets gingen rund 28 000 nach Deutschland.