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Kaymer sucht die Konstanz

Kaymer sucht die Konstanz

Martin Kaymer startet als Titelverteidiger bei den heute beginnenden US Open. Dass der 30-jährige Rheinländer den Coup aus dem Vorjahr wiederholt, ist allerdings unwahrscheinlich. Der Golf-Star sucht seine Form.

Maximale Aufmerksamkeit, minimale Siegchancen: Wenn Martin Kaymer ab heute als Titelverteidiger die 115. US Open in Angriff nimmt, klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit eine riesige Lücke. "Am Ende", sagt Deutschlands Golf-Star, "zählen für mich nur Siege. Jedoch muss ich endlich wieder Konstanz in mein Spiel bekommen und über vier Tage alles stimmen."

Die schier unendliche Suche nach der alten Form fand zuletzt auch in der Heimat nicht den erhofften Erfolg. Die PGA Championship in England hatte der einstige Branchenprimus aus Mettmann zwar auf dem 18. Rang beendet - es war die beste Platzierung seit Anfang Februar. Nur eine Woche später zerstörte ein desaströser Auftritt bei den legendären Irish Open aber jegliche Hoffnungen auf eine Trendwende.

"Ein solcher Ausrutscher darf mir bei der US Open und in den kommenden Wochen nicht passieren. Das ist ja klar", sagt Kaymer. Nach dem zweiten Major-Turnier des Jahres in Chambers Bay im US-Bundesstaat Washington stehen im Sommer die weiteren Majors British Open und US PGA Championship auf dem Programm. "Ich fühle mich gut, bin ausgeruht und freue mich darauf", sagt Kaymer fast schon etwas trotzig.

Mut und Selbstvertrauen will der 30-Jährige, der im vergangenen Jahr mit einem Start-Ziel-Sieg als erster Deutscher die US Open gewonnen hatte, in der Heimat getankt haben. "Ein paar sehr gute Einheiten", so seine Einschätzung, hat Kaymer mit seinem langjährigen Trainer Günter Kessler absolviert. Danach war Entspannung im heimischen Rheinland angesagt - die Ruhe vor dem Sturm.

Denn ab heute wird Kaymer nicht nur wegen seines Erfolgs vor zwölf Monaten im Rampenlicht stehen. Die ersten beiden Runden des mit neun Millionen Dollar (acht Millionen Euro) dotierten Turniers nämlich absolviert der Deutsche unter anderem mit dem Weltranglistenersten Rory McIlroy aus Nordirland. "Der Fokus ist mehr auf mich gerichtet, aber ich möchte dies positiv für mich nutzen", erklärt Kaymer. Außerdem würde dies ja nur zeigen, "dass man sportlich erfolgreich war".

Zu den Favoriten zählt Kaymer auf dem anspruchsvollen Kurs für die Buchmacher trotz allem nicht. Das 51-Fache des Einsatzes zahlt der Wettanbieter bwin zurück, falls Kaymer seinen dritten Major-Titel holen sollte. McIlroy (8:1) und US-Masters-Sieger Jordan Spieth aus den USA (9:1) sind an höchster Stelle notiert. "Die sind bei den letzten Turnieren immer vorne dabei gewesen, daher rechne ich auch dieses Mal mit ihnen", sagt Kaymer, in dessen Augen aber "30 bis 40 Spieler" das Potenzial besitzen, den Siegesscheck in Höhe von 1,62 Millionen Dollar zu ergattern. Sich selbst hat Kaymer trotz der Achterbahnfahrt in den vergangenen Woche auch auf dem Zettel - aber nur, "wenn es mir gelingt, vier Tage Konstanz zu zeigen".

martinkaymer.com