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Karabatic will zum Abschied den Pott

Kiel. Welthandballer auf Abschieds-Tour: In Gedanken ist Nikola Karabatic schon in Montpellier, an diesem Sonntag jedoch will der Franzose mit dem deutschen Handball-Meister THW Kiel die Champions League gewinnen. "Titel und Pokale kann man nie genug haben", sagt der 25-Jährige, der an zwei Champions-League-Triumphen beteiligt war (2003 mit Montpellier, 2007 mit Kiel) Von dpa-Mitarbeiter Franko Koitzsch

Kiel. Welthandballer auf Abschieds-Tour: In Gedanken ist Nikola Karabatic schon in Montpellier, an diesem Sonntag jedoch will der Franzose mit dem deutschen Handball-Meister THW Kiel die Champions League gewinnen. "Titel und Pokale kann man nie genug haben", sagt der 25-Jährige, der an zwei Champions-League-Triumphen beteiligt war (2003 mit Montpellier, 2007 mit Kiel). Im Doppel-Pack mit dem Slowenen Vid Kavticnik will er am Saisonende den THW verlassen. "Wir haben wunderbare Momente zusammen in diesem Club erlebt und haben noch eine große Mission zu erfüllen. Aber in unserem Kopf haben wir keinen Zweifel, dass unsere Zeit in Deutschland zu Ende geht und dass wir nächste Saison zusammen in Montpellier spielen werden", sagte Karabatic. Die "große Mission" jedoch hat Vorrang. Mit einem Fünf-Tore-Polster (39:34) reist der THW zum Final-Rückspiel am Pfingstsonntag (17.45 Uhr/Eurosport) bei Titelverteidiger BM Ciudad Real. "Fünf Tore Vorsprung sind wichtig, aber bedeuten nichts, weil wir wissen, dass im Handball alles schnell gehen kann", sagt Karabatic.



Das Finale erfüllt ihn mit Wehmut. "Ein bisschen war das wie ein Stich ins Herz", fasste der Franzose seine Gemütslage nach dem Hinspiel zusammen. Es sei ihm klargeworden, dass es "mein letztes Champions-League-Spiel war, das ich bestritten habe in dieser fabelhaften Kieler Arena, vor diesem außergewöhnlichen Publikum". Noch feilschen der THW und Montpellier HB über die Ablöse für beide Ausnahmespieler. 1,5 Millionen Euro verlangen die Norddeutschen. Während die Franzosen mehrfach von Einigung sprachen, wurde in Kiel nur abgewunken. Vor dem wichtigsten Spiel der Saison soll dieses Thema schon gar nicht auf den Tisch. In der nächsten Woche wird Klartext erwartet.

Wie 2007, als der THW Meisterschaft, deutschen Pokal und Champions League gewann, soll das "Titel-Triple" eine grandiose Saison krönen - allen Bestechungsvorwürfen zum Trotz. Egal, ob die wichtigste Trophäe im Vereinshandball erobert wird oder nicht, die Mannschaft fliegt am Tag nach dem Spiel nach Mallorca. Dort wollen die Spieler bis Mittwoch den Abschied von Kapitän Stefan Lövgren feiern, der seine Karriere nach zehn Jahren beim THW beendet. Von der Party aus geht es direkt zur vorletzten Bundesliga-Partie am Mittwoch bei Schlusslicht Tusem Essen - Trainer Alfred Gislason drückt beide Augen zu. dpa



Auf einen Blick

Die HSG Nordhorn und der VfL Gummersbach wollen im Europapokal der Pokalsieger und im EHF-Cup die Titel holen. Trotz des 31:30 im Final-Hinspiel reiste HSG mit Zuversicht zu Pevafersa Valladolid nach Spanien, wo an diesem Samstag, 17.30 Uhr, das Rückspiel ansteht. Vor einer leichteren Aufgabe steht der VfL Gummersbach im EHF-Cup gegen RK Gorenje Velenje. Das Hinspiel in Slowenien gewann der VfL mit 29:28. Nach dem Rückspiel am Pfingstmontag (18.15 Uhr/DSF) in der Kölner Lanxess-Arena will Gummersbach nach 26-jähriger Cup-Abstinenz wieder einen Europapokal in den Händen halten. dpa