| 21:37 Uhr

Kanu-WM in Portugal
Die Konkurrenz verneigt sich vor „Kapitän“ Brendel

Montemor-o-Velho. Kanute demonstriert bei WM seine Vormachtstellung.

Mit dem bärenstarken Sebastian Brendel als „Kapitän“ hat die deutsche Kanu-Flotte im Land der Seefahrer für einen Goldregen gesorgt. Bei der hochklassigen WM im portugiesischen Montemor sorgte Brendel mit seinem vierten Triumph über 1000 Meter in Folge für das Glanzlicht im deutschen Team, das in vier der zwölf olympischen Klassen den Titel holte. Auch die insgesamt sechs Medaillen unterstrichen die Vormachtstellung. „Ich hätte bei allem Optimismus nicht gedacht, dass wir so abschneiden würden. Alle haben ihre beste Leistung auf den Punkt hin abgerufen“, sagte Verbands-Präsident Thomas Konietzko. Besser abgeschnitten hatte der Deutsche Kanu-Verband zuletzt bei der Heim-WM 2007 in Duisburg, als sogar fünf Titel an den Gastgeber gingen.


Vor allem Brendels Triumph beeindruckte. „Ich bin einfach nur stolz und glücklich. Es ist nicht einfach, das jedes Jahr aufs Neue zu schaffen“, sagte der dreimalige Olympiasieger nach seinem vierten WM-Titel in Folge auf der wichtigsten Canadier-Distanz. „Er ist der absolute König“, sagte Dauerkonkurrent Martin Fuksa (Tschechien).

Zu Gold paddelte am Sonntag auch der Kajak-Vierer der Männer, bereits am Freitag hatten Max Hoff und Marcus Groß (Essen/Berlin) im Zweier sowie Peter Kretschmer und Yul Oeltze (Leipzig/Magdeburg) im Canadier gesiegt. Silber ging zudem an Doppel-Olympiasieger Max Rendschmidt (Essen) im Kajak-Einer, Bronze an Jasmin Fritz und Steffi Kriegerstein (Magdeburg/Dresden) im Zweier.



Auch in den nicht-olympischen Klassen räumte der DKV ab, unter anderem siegten Franziska Weber (Potsdam) und Tina Dietze (Leipzig) im Sprint über 200 Meter. „Ich habe jetzt Blut geleckt für Tokio“, sagte London-Olympiasiegerin Weber. Das gilt auch für Rendschmidt, der im Einzel auf Rang zwei paddelte und als Schlagmann den Vierer zu Gold führte. Eine starke Leistung zeigte auch Saeid Fazloula (Karlsruhe) im nicht olympischen Zweier über 500 Meter. Der gebürtige Iraner, der vor drei Jahren über die Balkanroute nach Deutschland geflüchtet war, stieß mit Kostja Stroinski ins Finale vor und belegte dort den achten Rang.