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| 21:13 Uhr

Kampfzone Fußball-Arena: Weniger Hooligans in Deutschland

Nürnberg. Sie können feiern. Und sie können Angst machen. Die meisten Fußball-Fans sind friedlich, einige unberechenbar. In Deutschland aber müssen Zuschauer im Stadion nicht mehr so viel Angst vor Hooligans haben als vor 20 Jahren, sagt Heino Hassler vom Fan-Projekt Nürnberg: "Die Gewaltbereitschaft ist eindeutig zurückgegangen. Deutschland ist schon fast vorbildlich

Nürnberg. Sie können feiern. Und sie können Angst machen. Die meisten Fußball-Fans sind friedlich, einige unberechenbar. In Deutschland aber müssen Zuschauer im Stadion nicht mehr so viel Angst vor Hooligans haben als vor 20 Jahren, sagt Heino Hassler vom Fan-Projekt Nürnberg: "Die Gewaltbereitschaft ist eindeutig zurückgegangen. Deutschland ist schon fast vorbildlich." Er war dabei, als vor 20 Jahren in Nürnberg eines der deutschlandweit ersten Projekte gegen Gewalt unter Fußball-Fans gegründet wurde. Nürnberg war Vorbild und trug dazu bei, dass Gewaltvorbeugung bundesweit organisiert wurde. "Nürnberg war damals eine Hochburg der Hooligan-Szene", sagt Hassler: "Die Gewalt war direkt im Stadionumfeld." Nur Kölner und Schalke-Fans seien ebenso schlimm gewesen. Die Stadt handelte, gab 1989 ein Gutachten in Auftrag. Soziologen schlugen vor, eine Vermittlungs- und Anlaufstelle zu gründen, die Fans, Polizei und Club zusammenführt. Das Fan-Projekt war geboren, finanziert vom Land Bayern, Stadt und Deutschem Fußball-Bund. 1991 kam die bundesweite Initiative gegen Gewalt im Stadion ins Rollen. Heute gibt es mehr als 40 Projekte in Deutschland. "Die Fanszene hat sich in den letzten 20 Jahren immer wieder verändert", sagt Andrea Koydl, die als Sozialpädagogin mit Hassler Fans des 1. FC Nürnberg betreut, die nicht in einem Fan-Club organisiert sind. Die Hooligan-Szene sei geschrumpft. Derzeit dominierten neben "normalen Fans" in Deutschland so genannte Ultras. Im Stadion fallen Ultras durch Gesänge, Transparente und Choreografien auf. "Für diese jungen Leute ist Fußball das Leben. Fußball findet die ganze Woche über statt", sagt Koydl. Doch es gibt mittlerweile Probleme: "Wir können unter den Ultras zunehmend Gewaltbereitschaft feststellen."In Nürnberg zählt das Fan-Projekt bis zu 2000 Ultras, die bei jedem Spiel betreut werden. Um Gewalt zu verhindern, müssen Hassler und Koydl in ständigem Kontakt mit Fans stehen und ihr Vertrauen gewinnen. Hassler erzählt: "Im Stadion stehen wir mit im Block, greifen ein, wenn es Konflikte mit Ordnern oder unter den Fans gibt." Vorm Spiel sprechen sie mit der Polizei, um zu klären, wie Fans zum Stadion geleitet werden oder wo Busse parken. Gibt es Stadionverbote, sprechen sie mit Verein und Fan und versuchen, Lösungen zu finden. "Im Stadionbereich selber gibt es heute fast keine Auseinandersetzungen mehr", erläutert Hassler: "Es sind ja überall Kameras, und das weiß jeder." Hooligans etwa würden sich anderen Treffpunkten verabreden, um aufeinander loszugehen. dpa