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Kampfsport der Extraklasse in Saarbrücken

Saarbrücken. 330 Meldungen aus 22 Nationen: Am Wochenende steigt in Saarbrücken an der Hermann-Neuberger-Sportschule der European Judo-Cup 2016. Im internationalen Feld finden sich auch die besten Saarländer. Patric Cordier

Wenn Waza-Ari für Sie kein asiatisches Gewürz ist, wenn Sie bei Nage-Waza nicht an Knäckebrot denken und Obi nicht nur ein Bauhaus ist, dann sind Sie beim European Judo-Cup 2016, der an diesem Wochenende in der Mehrzweckhalle an der Hermann-Neuberger-Sportschule stattfindet, genau richtig. "Der Euopean Judo-Cup ist nach dem Grand Prix von Düsseldorf das wohl wichtigste Turnier in Deutschland", sagt Thomas Baronsky, Präsident des saarländischen Judo-Bundes (SJB), der das Kampfwochenende ausrichtet und mit den Verbänden aus Luxemburg und Lothringen organisiert. "Die Veranstaltung findet im Rahmen des sogenannten ,InterReg-Projektes' für europäische Zusammenarbeit statt. Damit werden grenzüberschreitende Kooperationen zwischen Regionen und Städten unterstützt", erklärt Baronsky weiter. "Dadurch ist es uns gelungen, ein hochkarätiges Sportereignis ins Saarland zu holen. Wir hoffen auf zwei Tage tollen Judo-Sport."


Über 330 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 22 Nationen werden in sieben Gewichtsklassen bei diesem ersten Turnier nach den Olympischen Spielen an den Start gehen. Denn es geht auch um Punkte für die Weltrangliste. "So wird mit der Französin Marine Erb im Schwergewicht der Frauen über 78 Kilo die Nummer 26 der Welt dabei sein", sagt Mathieu Zimmer, Vize-Präsident im SJB, "allein unter den 123 deutschen Startern sind sechs aktuelle deutsche Meister." Dabei ist vor allem mit Anthony Zingg (Bayer Leverkusen ), dem U23-Europameister 2015 in der Klasse bis 73 Kilo, zu rechnen. Der Hamburger David Tekic gehört im Schwergewicht zu den Favoriten.

Aus dem Saarland werden zwölf Athletinnen und Athleten dabei sein. Darunter Routinier Franco Bartone vom TuS Neunkirchen . Er wurde im April in Heilbronn zum dritten Mal in Folge deutscher Meister der Veteranen in der Klasse bis 60 Kilo. "Dieser European-Cup ist eine tolle Geschichte, um unsere guten Nachwuchssportler aus dem Saarland wieder mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken", sagt Bartone, "ich mache seit 35 Jahren Judo. Diese Erfahrung will ich natürlich mit in meine Kämpfe einbringen. Konditionell bin ich topfit." Bei den Damen ist Jessica Lindner vom ATV Dudweiler die vielleicht größte saarländische Hoffnung. Die 24-Jährige belegte bei der deutschen Meisterschaft bis 48 Kilo Platz drei. Stärkste Kontrahentin der Polizeikomissarin wird voraussichtlich Katharina Menz von der TSG Backnang sein. Sie ist aktuelle deutsche Titelträgerin.

Die Kämpfe beginnen am Samstag und Sonntag jeweils um 9 Uhr, die Finals sind jeweils ab 15 Uhr geplant. Wer gegen wen antreten muss, wird heute Abend ausgelost. Und für alle, die jetzt auf den Geschmack gekommen sind: der Obi ist der farbige Gürtel, an dem man den Ausbildungsgrad eines Judoka erkennen kann. Waza-Ari ist eine Wertung und Nage-Waza eine Wurftechnik.