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Kampfansage aus der Talentschmiede

Kampfansage aus der Talentschmiede

Die Sportstiftung Saar hat parallel zum Team Rio Saarland ein Perspektiv-Team vorgestellt. Darin „werden Athleten gefördert, die perspektivisch eine Chance auf Olympische Spiele haben“, sagt Stiftungsmitglied Karin Becker.

Es klingt fast wie eine kleine Kampfansage. Auch wenn Hanna Philippin ein freches Lachen hinterher schiebt. "Vielleicht wird der ein oder andere von uns noch in das Team Rio aufgenommen", sagt Philippin am Dienstagabend an der Saarbrücker Landessportschule, als die Sportstiftung Saar die Athleten vorstellt, die die Olympia-Förderung erhalten. "Dann werden wir bei den Großen mitmischen und denen zeigen, was wir draufhaben", ergänzt die Triathletin. Sie ist eine von elf Nachwuchs-Sportlern, die dem Perspektiv-Team angehören, das die Sportstiftung parallel zum Team Rio Saarland präsentierte.

"Olympia 2020 ist das Ziel"

"In diesem Team werden Athleten gefördert, die perspektivisch eine Chance auf Olympische Spiele haben. Das kann 2016 sein, muss es aber nicht. Olympia 2020 ist das Ziel. Und bei Nachwuchs-Sportlern braucht die Leistung eine lange Vorbereitung", sagt Karin Becker von der Sportstiftung Saar . Gefördert werden Athleten, die zwischen 16 und 23 Jahre alt sind und bei internationalen Meisterschaften bereits eine Medaille gewonnen haben. Sie erhalten einmal im Jahr eine Förderung in Höhe von 1000 Euro.

Neben Philippin (21 Jahre alt) gehören dem Perspektiv-Team die Triathleten Jonas Breinlinger (19) und Max Schwetz (23) an, Badminton-Spieler Marvin Seidel (18), Leichtathletin Laura Müller (18), die Ringer Etienne Kinsinger (17, griechisch-römisch) und Gennadij Cudinovic (20, Freistil), Schwimmerin Marlene Hüther (15), die beiden Behindertensportler Nicole Nicoleitzik (18) und David Scherer (18, beide Leichtathletik) sowie Ruderin Anne Beenken (19). Für einige von ihnen sind die kommenden Olympischen Spiele in Rio de Janeiro nicht auszuschließen.

"David Scherer ist ein Riesentalent", findet Gerd Meyer, der Vorsitzender der Sportstiftung Saar . Bei den Weltmeisterschaften der U 18 bis U 23 räumte Scherer im Rennrollstuhl trotz seines jungen Alters in nahezu allen Distanzen ab. Er gewann Gold über 100 Meter, 200 Meter, 400 Meter, 800 Meter, 1500 Meter und 5000 Meter.

Gute Chancen könnten auch Beenken, Kinsinger und Philippin haben. Die zweimalige Junioren-Weltmeisterin Beenken war bereits bei Eliterennen am Start und belegte beim Weltcup in Aiguebelette im Einer den siebten Platz. Kinsinger wurde vergangenes Jahr Kadetten-Weltmeister und gewann in diesem Jahr die deutsche Meisterschaft der Männer. Philippin hat ebenfalls gute Erfahrungen im Aktivenbereich gemacht - mit Platz vier bei der Europameisterschaft und Platz zwei bei der Mannschafts-EM. Ihre kleine Kampfansage könnte also schon bald eine große werden.