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Kampf um Präsidenten-Amt im SFV beginnt

Saarfußball : Wahlkampf in vollem Gange

Der Fußball rollt wieder im Saarland. Gott sei Dank, mögen die Anhänger des auch hierzulande populärsten Sports sagen. Schafft der 1. FC Saarbrücken endlich den langersehnten Sprung in die 3. Liga und kann die Rückkehr in den „echten“ Profifußball im kommenden Jahr im neuen Ludwigsparkstadion feiern?

Oder spucken ihm die Lokalrivalen SV Elversberg und FC Homburg in die Suppe?

Gespannt darf man auch darauf sein, wie sich die saarländischen Vertreter in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar schlagen werden – eine Liga, die nicht von jedem gemocht wird. Prominenz gibt es in der neuen Runde auch in der Saarlandliga zu bestaunen. Die Ex-Profis Martin Dausch und Christian Lensch zog es in die höchste saarländische Spielklasse, in der nicht nur Bier als Zahlungsmittel fließt.

Bei aller sportlichen Brisanz: Die größte Spannung baut sich gerade abseits der Natur- und Kunstrasen des Saarlandes auf. Denn nach wie vor ist der größte Sportfachverband des Saarlandes ohne einen Präsidenten. Seit dem Rücktritt von Franz Josef Schumann, der wegen seiner Rolle im LSVS-Finanzskandal seinen Hut nahm, führen die Vizepräsidenten Bernhard Bauer und Adrian Zöhler die Geschäfte. Offiziell bis 6. Juni 2020, dem Termin des nächsten Verbandstages.

Doch der Wahlkampf hat längst begonnen. Interessenten für den Job als Präsident des Saarländischen Fußball-Verbandes (SFV) gibt es einige. Beispielsweise Udo Hölzer, der langjährige Trainer des FC Reimsbach. Hölzer rührt schon seit einigen Wochen die Werbetrommel für sich. Einer seiner Hauptkonkurrenten dürfte Bernhard Bauer sein. Der amtierende Vize, 71 Jahre alt, will 2020 seinen Hut in den Ring werfen.

Ob Bauer, seit 40 Jahren (!) Vorsitzender des SSV Überherrn, oder Hölzer für die so dringend notwendige Erneuerung des SFV sorgen können? Vielleicht wird diese Frage gar nicht beantwortet werden müssen. Denn an diesem Donnerstag wird Thorsten Klein seine Kandidatur für das Präsidentenamt verkünden. Der langjährige Regierungssprecher des Saarlandes kommt von der Basis, ist seit 20 Jahren in seinem Heimatverein SV Aschbach ehrenamtlich tätig. Zudem gilt der freiberufliche Kommunikationsberater als bestens vernetzt. Der 39-Jährige wird auf der Pressekonferenz auf dem Bolzplatz in der Saarbrücker Martin-Luther-Straße dem Vernehmen nach seine Kandidatur mitteilen – und hat sicher nicht wenige Mitstreiter für sein Unterfangen gefunden. Um einen außerordentlichen SFV-Verbandstag einzuberufen, werden Unterschriften von einem Drittel aller Vereine im SFV benötigt – eine Herausforderung, aber durchaus machbar. Es könnte jedenfalls alles deutlich schneller gehen, als es das amtierende SFV-Präsidium geplant hat.

Einer fehlt im Reigen der Kandidaten: Adrian Zöhler. Das hat einen gewichtigen Grund: Der Noch-Vize des SFV und Präsident des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS) möchte gerne Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) werden. Bei der Nominierungsrunde des Fußball-Regionalverbandes Südwest fiel Zöhler als Kandidat durch – doch nach SZ-Informationen wird der SFV ihn offiziell auf dem DFB-Bundestag Ende September vorschlagen. Weil Zöhler dem Vernehmen nach DFB-Vizepräsident Rainer Koch auf seiner Seite hat, dürfte auch diese Wahl spannend werden.