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Kampf um Gold und Söhnchen Nate

Kampf um Gold und Söhnchen Nate

Bode Miller will es in seiner letzten Olympia-Saison noch einmal wissen. Doch der US-Ski-Star kämpft nicht nur um Gold, sondern auch um den eigenen Sohn. Der Sorgerechtsstreit beherrscht in den USA die Schlagzeilen.



Bode Miller schrieb nach seinem 23. Platz beim Weltcup-Super-G von Lake Louise am späten Sonntagabend noch schnell ein paar Autogramme, dann war er auch schon wieder weg. Sagen wollte der Olympiasieger nichts. Es dürfte ihm bewusst gewesen sein, dass die Reporter mit ihm nicht nur über seine Rückkehr in den Weltcup nach mehr als eineinhalb Jahren Wettkampfpause sprechen wollten. Denn mehr noch als Millers Kampf um einen letzten, goldenen Höhepunkt seiner glanzvollen Karriere bei den Winterspielen in Sotschi beschäftigt sein Privatleben die Öffentlichkeit.

Am vergangenen Montag hatte Miller die größte Niederlage seines Lebens erlitten - nicht auf der Piste, sondern in einem Gerichtssaal in New York. Dort musste er seinen neun Monate alten Sohn Nate dessen Mutter Sara McKenna übergeben; ein Familiengericht hatte ein Urteil der kalifornischen Justizbehörden kassiert, die das Sorgerecht zuvor Miller zugesprochen hatten. Am kommenden Montag soll in New York die entscheidende Verhandlung stattfinden, bis dahin bleibt Nate bei seiner Mutter. Bode Miller, der Skifahrer, ist jetzt auch Bode Miller, der Vorkämpfer für die Rechte von Vätern.

Der Fall Miller gegen McKenna findet in den USA längst nicht mehr nur im Sportteil oder in den Klatschspalten statt. Verbände, die sich für Belange von alleinerziehenden Müttern einsetzen, haben die Sache ebenso für sich entdeckt wie entrechtete Väter. Miller wirft McKenna vor, ihm Nate mit der Übersiedlung von Kalifornien nach New York entzogen zu haben. Ein New Yorker Richter nannte den Umzug im Mai "unverantwortlich" und sprach Miller das Sorgerecht zu. McKenna hält dem entgegen, sie sei nach New York gegangen, um an der dortigen Columbia University zu studieren.

Für Miller ist der Fall ein Tiefpunkt auf der wilden Achterbahnfahrt, die er in den vergangenen Monaten durchlebte. Da ist zunächst die kurze, aber heftige Affäre mit McKenna. Miller (36) lernte die heute 27-Jährige im April 2012 auf einer Datingseite im Internet kennen, im Mai wurde McKenna schwanger. Im Oktober heiratete Miller - allerdings die ehemalige Volleyballerin Morgan Beck, die kurz darauf eine Fehlgeburt erlitt. Im Dezember zog dann Sara McKenna, damals im 7. Monat schwanger, von Kalifornien nach New York, wo im Februar 2013 Nate geboren wurde. Nate hieß damals noch Samuel Bode junior.

McKenna hatte den Kleinen so genannt, "damit jeder weiß, was für ein Versager sein Vater ist". Miller ersetzte "Bode junior" später durch Nathaniel, um an seinen im April verstorbenen Bruder Nathaniel Chelone zu erinnern, einen Snowboarder. Im Internet rechtfertigt er sich gegen Anfeindungen: "Wir hatten das Gefühl, dass ein Name, der mit Liebe besetzt ist, besser für Nathaniel passen würde." Miller kümmert sich liebevoll um den Kleinen, wie alle Welt im vergangenen Oktober beim Weltcup-Auftakt in Sölden sehen dufte.

Dort gab Miller den offenherzigen, ambitionierten Familienvater, der auch noch eine fünfjährige Tochter aus einer ganz anderen Beziehung hat. Die Motivation sei zurück, versicherte Miller, und dass er in Sotschi noch einmal angreifen wolle. Beim Riesenslalom von Sölden belegte er Platz 19, die Abfahrt am Samstag in Lake Louise beendete er als 16. "An einem guten Tag", betonte der Alpindirektor des US-Skiverbandes, Patrick Riml, "ist Bode zu allem fähig". Damals strahlte Miller, Söhnchen Nate auf dem Arm, übers ganze Gesicht. Das Sorgerecht lag noch bei ihm, auch skimäßig lief es. Doch so sonnig sieht es nicht mehr aus.

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Am RandeDie besten deutschen Platzierungen bei den Ski-Weltcups am Wochenende holte Maria Höfl-Riesch in Beaver Creek. Im Super-G in der Nacht zu Sonntag wurde sie Achte, im Riesenslalom in der Nacht zu Montag Fünfte. Der Deutsche Skiverband war insgesamt unzufrieden. dpa