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Kaminski setzt klar auf die Kickers

Offenbach. Alfred Kaminski hat die SV Elversberg als sportlicher Leiter sowie den 1. FC Saarbrücken und den FC Homburg als Cheftrainer erlebt. Jetzt ist er Sportdirektor beim größten Konkurrenten der Saarclubs, bei Kickers Offenbach. Heiko Lehmann

"Ich gehe stark davon aus, dass wir ein von Taktik geprägtes Spiel erleben werden. Aber am Ende setzen wir uns knapp durch", sagt Alfred Kaminski, Sportdirektor der Offenbacher Kickers. Der Tabellenführer der Fußball-Regionalliga Südwest empfängt an diesem Freitag um 19.30 Uhr zum Gipfeltreffen der Liga den Tabellenzweiten SV Elversberg . Bei einem Sieg erklimmt die SVE die Tabellenführung. Gewinnt Offenbach , dürften die Kickers, die ein Spiel weniger bestritten haben, über Wochen hinaus von der Spitze nicht verdrängt werden können.

"Elversberg spielt defensiv ähnlich stark wie wir und hat sich in der Winterpause in der Offensive enorm verstärkt", findet Kaminski, der seit 2013 bei den Kickers ist und einen Vertrag bis 2017 hat. Von 2006 bis 2011 war der heute 51-Jährige im Saarland tätig - und erlebte als Cheftrainer des 1. FC Saarbrücken und des FC Homburg sowie als sportlicher Leiter der SV Elversberg alle drei saarländischen Topclubs. Bei einem Vergleich tut sich Kaminski aber schwer: "Von der Vereinsgröße, dem Umfeld und der Tradition kann ich die Kickers am ehesten noch mit dem 1. FC Saarbrücken vergleichen. Wir haben aber ein topmodernes Stadion und ein seit vergangenem Oktober ohne Auflagen anerkanntes Nachwuchsleistungs-Zentrum. Zudem haben wir nicht wie die Saarländer einen mächtigen Hauptsponsor, sondern einen großen Sponsorenpool."

Allerdings befinden sich die Kickers derzeit auch in einem laufenden Insolvenzverfahren. "Vor kurzem hieß es noch, es soll aufgehoben werden, aber das hieß es schon öfters. Warten wir es einfach mal ab", sagt Kaminski, der ansonsten ausschließlich Positives über seinen Verein berichten kann. Anders als die SVE und der FCS haben die Offenbacher im Winter keine Transfers getätigt. "Unser Trainer Rico Schmitt setzt auf Kontinuität. Wir haben einen sehr guten Kader, sind eingespielt und verstehen uns auf und außerhalb des Platzes sehr gut. Das sind unsere Waffen", macht der 51-Jährige deutlich.

In der persönlichen Karriere scheint Kaminski sein Glück gefunden zu haben. Nach den Führungspositionen im Saarland war der Fußballlehrer beim Zweitligisten VfR Aalen Scout und Chefanalytiker. "Ich habe in viele Bereiche reingeschnuppert und so Erfahrungen gesammelt. Als Sportdirektor bei den Kickers fühle ich mich zur Zeit sehr wohl. Eine Rückkehr auf die Trainerbank ist momentan nicht geplant", sagt Kaminski.