Kaffee und Handball

Merzig. Gar nicht so einfach, unbeschadet durch die Katakomben der Merziger Thielsparkhalle zu kommen. Denn während den drei Tagen des internationalen Victor's Cups, des traditionellen Turniers des HSV Merzig-Hilbringen im Jugendhandball, herrscht in der kompletten Halle der Ausnahmezustand

Merzig. Gar nicht so einfach, unbeschadet durch die Katakomben der Merziger Thielsparkhalle zu kommen. Denn während den drei Tagen des internationalen Victor's Cups, des traditionellen Turniers des HSV Merzig-Hilbringen im Jugendhandball, herrscht in der kompletten Halle der Ausnahmezustand. Während auf dem Feld noch gespielt wird, machen sich die nächsten Mannschaften bereits im Kabinengang warm. Gegenüber der polnischen Umkleidekabine befindet sich ein Geräteraum - doch der hat während der drei Tage eine andere Funktion. "Das ist unser Schmierraum", erklärt der Vereinsvorsitzende Horst Jung und öffnet die Tür. Dahinter stehen mehrere Helferinnen und schmieren Brötchen. Immer in Schichten von drei Stunden, dann kommt die Ablösung. "Wir sind ein eingespieltes Team", sagt Karin Mehle, die die kompletten Abläufe in diesem Bereich organisiert. "Ich nenne sie auch liebevoll die 'Horstessen', das passt irgendwie", meint Horst Jung und kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Währenddessen rechnet Karin Mehle vor: "Insgesamt werden hier an drei Tagen etwa 2000 Brötchen gemacht, die Kaffeemaschinen stehen niemals still. Knapp 3000 Tassen werden es schon sein. Außerdem verteilen wir 120 Liter Gulaschsuppe als Verpflegung für die Mannschaften." Die 900 Wiener, 300 Frikadellen, 500 Brezeln und 50 Kuchen waren bereits vor Turnierende so gut wie weg.

Insgesamt wuselten 75 Helfer durch die Halle, damit alles reibungslos funktioniert. Fast der gesamte Verein ist involviert. "Das reicht von den Leuten im Bonverkauf über die Transfers bis hin zu den Hausmeistern", fasst Jung zusammen. "Das läuft glücklicherweise alles sehr schnell und unbürokratisch." In diesem Moment läuft Thomas Forster vorbei, der für die Transfers verantwortlich ist. Schließlich wohnten fast alle Mannschaften an der Saarbrücker Sportschule, nur die Schweiz und Polen nächtigten in der Jugendherberge im benachbarten Dreisbach.

Die Entscheidung, das Turnier auf drei Tage auszudehnen, zeigte den gewünschten Erfolg. Außerdem fiel der Termin in diesem Jahr auf ein Wochenende. "So hatten wir schon am ersten Tag - dem Samstag - eine volle Hütte", freut sich Jung. Nicht ohne Grund wurden die Organisatoren deshalb von den Teilnehmern sehr gelobt. "In Finnland spielen wir in der 1. Liga bei den Männern vor 100 Zuschauern, können sie fast alle mit Namen begrüßen", meinte der finnische Nationaltrainer Kaj Kekki. "Und hier ist die Halle voll, die Leute sind begeistert. Das ist für uns eine ganz tolle Erfahrung." Auch der deutsche Auswahltrainer Klaus-Dieter Petersen hatte nur Lob parat: "Die Stimmung ist wie in jedem Jahr eigentlich sehr gut, das Niveau steigt ständig. Außerdem verstehen es die Organisatoren hier immer wieder, ein starkes Teilnehmerfeld auf die Beine zu stellen. Das macht den Reiz des Turniers aus."

So kam Bernhard Gill, der Präsident des Handballverbands Saar (HVS) und seit fast 20 Jahren Hauptorganisator des Turniers, aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. "Besser geht es eigentlich nicht mehr. Die Saarländer haben sich gut verkauft und am Ende haben die Deutschen gewonnen - was will man mehr?" Auch der Zuschauerzuspruch habe ihn überrascht. "Wir hatten schon vor dem Endspiel keine Karten mehr", so Gill. "Besser geht es eigentlich nicht mehr."

Bernhard Gill, Präsident des Handballverbands, zur

Organisation des Turniers