Juve überrascht Real

Gastgeber Juventus Turin begann das Halbfinalspiel der Champions League gegen Real Madrid angriffslustig und kampfstark. Dann antworteten die Gäste von Real Madrid mit dem Ausgleich – und wurden in der zweiten Halbzeit erneut kalt erwischt.

Weltmeister Toni Kroos bangt um seinen Traum vom Heimfinale in Berlin. Der deutsche Mittelfeld-Stratege verlor mit den Superstars von Real Madrid ein sehr intensives und hochklassiges Halbfinal-Hinspiel der Champions League bei Juventus Turin mit 1:2 (1:1). Im Rückspiel am 13. Mai (20.45 Uhr/Sky) brauchen die Königlichen eine Leistungssteigerung, um am 6. Juni im Endspiel zu stehen.

Selbst ein Rekordtor seines Superstars Cristiano Ronaldo genügte Madrid vor 41 011 Zuschauern im ausverkauften Juventus Stadium nicht für eine bessere Ausgangsposition. Der Weltfußballer traf nach der Führung der überraschend machtvoll angreifenden Italiener durch den ehemaligen Real-Stürmer Alvaro Morata (8.) per Kopf zum 1:1 (27.). Er ist mit 76 Toren in der Champions League nun alleiniger Rekordhalter - zumindest bis heute, wenn Lionel Messi (75) mit Barcelona den FC Bayern empfängt. Ein Foulelfmeter von Carlos Tévez (57.) bescherte Juventus eine gute Chance auf die erste Finalteilnahme seit 2003.

Juventus, seit Samstag zum 31. Mal italienischer Meister, spielte dominant, war ganz offensichtlich nicht darauf bedacht, nur ein Unentschieden mit nach Madrid zu nehmen. Das 1:0 war Madrids erstes Auswärtsgegentor in der Königsklasse nach 451 Minuten.

Real schaffte es anfangs kaum, seine gewaltige Offensivklasse aufblitzen zu lassen, blieb zugleich auf den defensiven Außenpositionen anfällig. Doch als die Königlichen ihren ersten Angriff zu Ende spielten, lag der Ball im Tor von Gianluigi Buffon: Ronaldo hatte seinen 54. Pflichtspieltreffer der Saison erzielt.

In der Folge lullte Real, defensiv nun stabiler, den Gegner mit Ballstafetten ein, um plötzlich in die Tiefe zu spielen. Einen dieser Angriffe setzte James Rodriguez an die Querlatte (41.).

Nach der Halbzeitpause fand Juventus zu anfänglicher Stärke zurück. Am Ende eines mustergültigen Konters foulte der Ex-Leverkusener Dani Carvajal den stets aktiven Tévez, der anschließend selbst Iker Casillas vom Elfmeterpunkt in die falsche Ecke schickte (57.).