Jonczyk ist der Held des Abends

Jonczyk ist der Held des Abends

Handball-Zweitligist HG Saarlouis hat dem Tabellenzweiten TuS N-Lübbecke einen Riesen-Kampf geliefert und beim 26:26 (12:13) einen Punkt abgetrotzt. Den hatten die Saarländer vor allem einem Mann zu verdanken.

Nach der Schluss-Sirene kennen die Jubelstürme in der Stadtgartenhalle keine Grenzen - und die Spieler der HG Saarlouis nur noch ein Ziel: Alle rennen auf Torhüter Darius Jonczyk zu und feiern den Held des Abends in einem wilden Tanz. Der 31-Jährige hatte erneut eine herausragende Leistung gezeigt und dem Handball-Zweitligisten mit seinen Paraden das 26:26-Unentschieden gegen Erstliga-Absteiger und Titelfavorit TuS N-Lübbecke gerettet. Und das unter Schmerzen. Denn kurz vor Ende der Partie hatte sich Jonczyk den Finger ausgekugelt. Trotzdem stand er die letzten drei Minuten auf der Platte - und hielt den Punkt fest.

1260 Fans feiern das Remis am Ende wie einen Sieg. Es ist der verdiente Lohn für einen mitreißenden Kampf , den die HGS dem Titelfavoriten geliefert hatte.

Mehrfach wechselt die Führung, kein Team kann sich absetzen. Als Michael Schulz nach einem langen Pass von Philipp Leist zur 12:11-Führung für die Gastgeber einnetzt, stehen die Fans in der Arena zum ersten Mal an diesem Abend. Doch das Team von Trainer Jörg Bohrmann verpasst es gleich doppelt, mit einer Führung in die Kabine zu gehen, während Lübbecke eiskalt in den letzten eineinhalb Minuten zwei Mal trifft und sich so eine 13:12-Pausenführung sichert.

Ähnliches Bild in Hälfte zwei. Saarlouis gleicht aus, die Gäste gehen erneut in Führung, Saarlouis zieht wieder nach. Dieses Spielchen wiederholt sich bis zur 42. Minute, als Jerome Müller mit einem Hammer-Wurf unter die Latte das Ergebnis auf 18:18 stellt und Lars Weissgerber die Gastgeber per Siebenmeter mit 19:18 in Führung bringt. Auch danach bleibt es weiter eng. Die endgültige Entscheidung dann 17 Sekunden vor Schluss: Vom Block der Lübbecker prallt der Ball in die Hände von Weissgerber - und der versenkt das Leder von rechts zum 26:26. In den Schluss-Sekunden schafft es Lübbecke nicht mehr, sich in gute Schussposition zu bringen. Der letzte Freiwurf der Gäste verpufft - und dann sieht sich Jonczyk plötzlich nicht mehr den Gästen gegenüber, sondern seinen heranstürmenden Teamkollegen.

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