„Jeder hat sich seit Sommer enorm weiterentwickelt“

Elversberg · Die U17 der SV Elversberg muss nach dem überraschenden Aufstieg in die Fußball-Bundesliga viel Lehrgeld bezahlen – was auch zu erwarten war. Trainer Sascha Hildmann findet trotzdem lobende Worte für seine Spieler.

 Sascha Hildmann ist seit dieser Saison Trainer der U17-Bundesliga-Mannschaft der SV Elversberg. Foto: Schlichter

Sascha Hildmann ist seit dieser Saison Trainer der U17-Bundesliga-Mannschaft der SV Elversberg. Foto: Schlichter

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Mal ist er impulsiv und geht an der Außenlinie ab wie ein Zäpfchen, mal ist er ruhig, besonnen und nachdenklich. Am Samstag half er in einer Szene dem gestürzten Linienrichter wieder auf die Beine und gab ihm noch einen lockeren Spruch mit auf den Weg - beide lachten und klatschten ab. Sascha Hildmann ist seit dieser Saison Trainer der U17-Bundesliga-Mannschaft der SV Elversberg . "Ich kenne Peter Eiden, den Leiter unseres Nachwuchsleistungszentrums, schon länger. Und von daher hatten wir sehr gute Gespräche vor der Saison. Außerdem ist die SVE ein wahnsinnig interessanter Verein geworden. Deshalb bin ich hier", sagt der 43-Jährige, der seit März Fußballlehrer ist.

Kurioserweise wurde Hildmann im Besitz des höchsten deutschen Trainerscheines und als Tabellenführer der Oberliga Südwest im April beim SC Hauenstein entlassen. "Das war vier Spieltage vor dem Saisonende", erinnert sich Hildmann und erklärt: "Ich habe dem SC Hauenstein bereits im Winter mitgeteilt, dass ich den Verein im Sommer verlassen werde. Das hat einigen nicht gepasst, und deshalb kam es letztlich zur Entlassung."

Damit war die Bahn frei für die SV Elversberg , die sich Hildmann sofort krallte und mit dem waschechten Pfälzer Bub somit auch die Anforderung des Deutschen Fußballbundes erfüllte, einen Trainer mit Fußballlehrer-Lizenz im Nachwuchsleistungszentrum zu beschäftigen. "Ich hatte schon vor, als Jugendtrainer meine Erfahrungen zu sammeln. Dass es dann so schnell ging, war nicht geplant, aber der richtige Schritt", sagt Hildmann, der mit Frau und Tochter im pfälzischen Enkenbach-Alsenborn lebt und von der SVE zunächst als hauptamtlicher Trainer für die U19 vorgesehen war.

Als U17-Trainer Dieter Rohe im Sommer nach dem überraschenden Aufstieg der SVE mitteilte, dass Bundesliga-Trainer aus beruflichen Gründen für ihn nicht machbar sei, tauschten Hildmann und Rohe die Mannschaften. Nach zwölf Spieltagen in der Bundesliga ist die U17 mit erst vier Punkten abgeschlagener Tabellenletzter mit sieben Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. "Das sieht auf den ersten Blick vielleicht schlimm aus, aber wir wussten alle, dass es eine Saison wird, in der die Jungs nur dazulernen können. Wir haben keinen Druck. Und ich muss sagen, dass sich jeder Einzelne seit dem Sommer enorm weiterentwickelt hat", sagt Hildmann.

Am Samstag musste die SVE gegen den FSV Mainz 05 mit 0:4 die nächste Niederlage einstecken. Aufgeben ist für den 43-Jährigen aber kein Thema. "Meine Jungs haben vergangene Saison noch gegen Teams aus klassischen Amateurvereinen gespielt. Heute spielen sie gegen den Nachwuchs von Bundesligisten. Das ist schon was anderes", erklärt Hildmann, der neben seiner Tätigkeit bei der SVE mit seinem Bruder ein Autohaus in Enkenbach-Alsenborn führt. Als Spieler schaffte es der Fußballlehrer bei Alemannia Aachen bis in die 2. Bundesliga. Als Trainer trainierte Hildmann bereits den ehemaligen Regionalligisten SC Idar-Oberstein. Und als Jugendtrainer der SVE? "Ich hoffe, ich kann die SVE noch eine Zeit lang begleiten. Was hier im Verein zur Zeit in allen Bereichen passiert ist der helle Wahnsinn", sagt er.

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