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Fußball-Regionalliga Südwest
Jacob könnte die Planstelle von Schmidt oder Behrens erhalten

Die Zeit des reinen Krafttrainings ist endlich vorbei: Sebastian Jacob hat einen Vertrag beim FCS unterschrieben und ist wieder Profifußballer.
Die Zeit des reinen Krafttrainings ist endlich vorbei: Sebastian Jacob hat einen Vertrag beim FCS unterschrieben und ist wieder Profifußballer. FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken . Der Saarlouiser unterschreibt beim 1. FC Saarbrücken einen Vertrag bis Saisonende mit Option. Dies könnte sich als cleverer Schachzug entpuppen. Von Patric Cordier

Gestern um 10.35 Uhr betrat Sebastian Jacob das FC-Sportfeld. Das Training beim Fußball-Regionalligisten läuft da schon über eine halbe Stunde, doch der Neuzugang war noch beim Medizincheck. „Überraschenderweise sind Herz und Lunge in Ordnung“, scherzte der 24-Jährige nach der ersten Einheit als „richtiger“ Saarbrücker. Zuvor mussten noch die üblichen Formalitäten geregelt werden. „Du unterschreibst ja heute nicht nur einmal. Den Vertrag, irgendwas für die Regionalliga Südwest, die Anti-Doping-Richtlinien“, erzählte der Saarlouiser: „Ich bin froh, dass das jetzt so geklappt hat.“


Das letzte halbe Jahr war nicht schön für den Mann, der beim SC Roden in der Jugend das Kicken gelernt hatte. Eine Knieverletzung, die nicht ausheilen will. Kein Vertrag. Wohnen bei den Eltern. „Ich bin da sehr dankbar, aber es ist schon merkwürdig, wenn du vor fünf Jahren ausgezogen bist und auf eigenen Beinen gestanden hast. Jetzt werde ich mir eine Wohnung suchen.“ Das Wichtigste sei aber der Zustand seines Knies. „Ich bin ja vor Weihnachten in Großaspach ins Training eingestiegen und konnte jetzt beim FCS endlich wieder richtig mit der Mannschaft trainieren. Aus diesem Grund wollte ich auch unbedingt mit ins Trainingslager.“

Dort durfte er beim 0:1 gegen den österreichischen Erstligisten Mattersburg 90 Minuten mitmachen. „Es ging teilweise recht hart zur Sache. Am nächsten Tag spannte das Knie zwar etwas, aber es war nur eine normale Reaktion auf die doch ungewohnte Belastung“, sagt Jacob: „Ich bin körperlich natürlich nicht dort, wo ich schon war. Aber ich hoffe, dass ich der Mannschaft helfen kann. Da steckt Qualität drin, die mindestens für die 3. Liga reicht. Ich freue mich darauf, einmal in einer Mannschaft zu spielen, die eine Partie dominiert.“



Dass der Neuzugang sich schon über die Zukunft beim FCS Gedanken macht, ist ein gutes Zeichen. Dass er eine Option auf Verlängerung des bis zum Saisonende laufenden Vertrages hat, ist ein cleverer Schachzug. Schließlich laufen die Verträge der Kollegen Patrick Schmidt und Kevin Behrens aus. Ein fitter Jacob ist da sicher eine Alternative. „Schmidt und Behrens sind für den Verein zwei ganz wichtige Personalien. Und es ist ja bekannt, dass wir sie gerne behalten möchten“, sagt Trainer Dirk Lottner – wohl wissend, dass Schmidt Angebote aus der 2. Liga vorliegen.

Lottners eigener Vertrag verlängert sich nur im Falle des Aufstiegs. „Dieter Ferner, Marcus Mann und ich haben uns im Trainingslager darüber kurz unterhalten. Ich will mich damit gar nicht großartig beschäftigen, das lenkt nur ab“, sagt Lottner und ergänzt lachend: „Ein Trainer ist doch auch schneller zu ersetzen als ein Sturmduo. Natürlich möchte ich hier gerne weitermachen, wir haben gemeinsame Ziele. Aber ich weiß, wie sehr Vertragsgespräche stören können.“ Das sieht man auch beim Verein so. „Wir gehen optimistisch davon aus, dass der aktuelle Vertrag auch nach dem 30. Juni noch Gültigkeit besitzt“, sagt FCS-Präsident Hartmut Ostermann auf Anfrage der SZ.

Ein anderes Gesprächsthema ist noch immer der zukünftige Spielort im Falle eines Aufstiegs. Der FCS hat für das Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion bereits einen Bauantrag gestellt, jedoch unter Vorbehalt. Am 22. Februar sollen die Verantwortlichen des Vereins dem Stadtrat ihre Pläne vorstellen. Doch auch die Standorte Elversberg, Homburg und Neunkirchen sind damit noch nicht aus dem Rennen. Nach SZ-Informationen gibt es dabei vor allem in Neunkirchen besonderes Engagement, die Verantwortlichen des FCS vom maroden Ellenfeldstadion zu überzeugen – zumal viele FCS-Fans diesen Standort im Vergleich zu den anderen offenbar klar bevorzugen. Doch Ostermann lässt sich nicht in die Karten schauen: „Die technische Machbarkeit ist an allen Standorten gegeben. Wir arbeiten nun an den zahlreichen Details der finanziellen Planung. Da stehen – wie eben mit dem Völklinger Stadtrat – auch noch wichtige Gespräche mit den Eigentümern aus. Eines ist aber ganz sicher: Die Lizenz ist im Falle des Aufstieges nicht in Gefahr.“