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Ist Bochems Abschied nur der Anfang?

Ist Bochems Abschied nur der Anfang?

Merzig. "Ich wusste ja, was mich erwartet, und habe den Verein schon vor der Saison informiert." Sebastian Bochems Abschied von Handball-Regionalligist HF Untere Saar ist keine Überraschung mehr: "Das war mit dem Verein so abgesprochen." Trotzdem ergibt sich aus dieser Situation ein Problem für die Merziger

Merzig. "Ich wusste ja, was mich erwartet, und habe den Verein schon vor der Saison informiert." Sebastian Bochems Abschied von Handball-Regionalligist HF Untere Saar ist keine Überraschung mehr: "Das war mit dem Verein so abgesprochen." Trotzdem ergibt sich aus dieser Situation ein Problem für die Merziger. Denn Bochem steht mit seiner Entscheidung stellvertretend für mehrere Spieler in der Mannschaft. So spielt auch Kreisläufer Dennis Koppenburg, 24, mit dem Gedanken, den Verein zu verlassen - auch wenn eine endgültige Entscheidung bei ihm "im Moment noch in den Sternen steht".

Genau diese Ungewissheit bei der Zusammensetzung des Kaders ist es dann auch, die die Verhandlungen mit Trainer Berthold Kreuser beeinträchtigt. Sein Vertrag läuft ebenfalls zum Saisonende aus. "Ich mache mir natürlich Gedanken, und das weiß der Verein auch", bestätigt Kreuser. Dabei macht er ein weiteres Jahr in Merzig vor allem vom Zusammenbleiben des Kaders abhängig. Der Klassenverbleib scheint bei seinen Überlegungen eher eine untergeordnete Rolle zu spielen. Dass sich Kreuser mit seiner Entscheidung nicht bis zum Saisonende gedulden wird, steht aber fest: "Es geht ja auch um Planungssicherheit. Für mich und für den Verein."

Diese Planungssicherheit erhofft sich auch Kreisläufer Koppenburg, der sich sowohl eine Vertragsverlängerung in Merzig, einen Vereinswechsel, als auch einen Abschied vom Regionalliga-Handball vorstellen kann.

Sebastian Bochems Weg dagegen führt ganz einfach in die eigenen vier Wände: "Die Familie rückt jetzt noch mehr in den Vordergrund. 25 Jahre Handball sind genug, denke ich." Bereits im Verlauf dieser Saison hat der 31-Jährige, in Rücksprache mit dem Verein, seinen Abschied auf Raten begonnen. "Die sehr weiten Auswärtsfahrten spare ich mir. Das würde fast ein ganzes Wochenende weg von der Familie bedeuten. Außerdem lasse ich ein Training pro Woche berufsbedingt ausfallen." Und ab Sommer kommt dann erst einmal ein "handballfreies" Jahr.

Doch trotz der momentanen Belastung "ist der Spaß noch da", sagt Bochem, "sonst würde ich ja nicht mehr spielen. Das Training wird mir manchmal etwas zu viel, aber mit den Jungs auf dem Platz zu stehen, macht natürlich noch Freude." So wird er den Handball auch nicht für immer zur Seite legen. "Nach dem Jahr werde ich mich entscheiden. Vielleicht werde ich Jugendtrainer, vielleicht spiele ich in der Zweiten oder ich mache eine noch längere Pause. Das wird sich zeigen."