1. Sport
  2. Saar-Sport

Israel Suero ist bei der SV Elversberg derzeit sehr formstark

SV Elversberg : Suero fühlt sich jetzt angekommen

Beim torgefährlichen Elversberger läuft es gut. Am Samstag empfängt der Spanier mit der SVE den FSV Frankfurt.

„Ich habe Lehrer, ein bisschen geht deutsch“, antwortet Israel Suero, der Mittelfeldspieler der SV Elversberg, auf die Frage nach einem Interview. Direkt danach fängt der Spanier an zu lachen. „Der kann noch nicht mal richtig spanisch“, flachst Leandro Grech, der Kapitän des Fußball-Regionalligisten. „Ich hab’ das verstanden“ entgegnet der Spanier Suero, bevor beide lachen müssen.

Der 38-jährige Argentinier Grech hat sich als Dolmetscher für das Gespräch mit dem 24-jährigen Suero bereit erklärt. Und beide sind bestens gelaunt, scherzen miteinander. „Nein“, sagt Grech. „Das übersetze ich jetzt nicht.“ Der Argentinier überlegt kurz und antwortet. „Er hat gesagt, es macht ihm Spaß mit einem zusammenzuspielen, der sein Vater sein könnte.“

Nach sieben Siegen aus den vergangenen acht Spielen geht es bei strahlendem Sonnenschein im Training der SVE gelöst zur Sache. Und Israel Suero ist nach seinem Doppelpack am vergangenen Samstag beim 3:2-Sieg beim SC Hessen Dreieich besonders gut drauf. „Seit wir den neuen Trainer haben, spielen wir anders Fußball. Die Mannschaft ist stärker geworden und damit auch jeder einzelne Spieler“, sagt Suero. An diesem Samstag, 14 Uhr, stehen der Spanier und der Argentinier wieder gemeinsam auf dem Platz. Die SV Elversberg empfängt den FSV Frankfurt. Nur Sinan Tekerci fällt dabei mit einem Haarriss in der Ferse aus. Ansonsten sind alle SVE-Spieler einsatzbereit.

Fit ist auch Suero. Doch die Zeiten des Spaniers in Deutschland war nicht immer von der Sonne geküsst. Vor zwei Jahren kam er von der zweiten Mannschaft des spanischen Erstligisten Rayo Vallecano nach Deutschland. Sein Berater hatte ihn nach Deutschland geschickt. „Ich hatte aber keinen Verein und verstand kein Wort. Ich habe acht Monate nur in Deutschland gelebt und hatte keinen Verein“, erzählt der 24-Jährige, der in der Jugend sieben Jahre lang bei Real Madrid ausgebildet wurde.

Nach acht Monaten ging er zum CSC 03 Kassel und spielte dort in der Verbandsliga Nordhessen. Allerdings nur ein paar Spiele lang, dann wurde er von einem Berater entdeckt, der ihn zum SVE-Regionalliga-Konkurrenten Eintracht Stadtallendorf holte. Und genau dort fiel er den Verantwortlichen der SVE auf.

„Es war am Anfang keine schöne Zeit in Deutschland, aber jetzt fühle ich mich sehr wohl“, sagt Suero, und Leandro Grech klopft ihm auf die Schulter. Auch Trainer Horst Steffen schätzt die Qualitäten des 1,76 Meter großen Dribbelkünstlers sehr. „Es hat etwas gedauert, bis er verstand, wie wir Fußball spielen wollen. Doch jetzt weiß er es. Wenn er in jedem Spiel so trifft wie in Dreieich, muss ich mir über seine Position in der Offensive keine Gedanken machen“, sagt der SVE-Trainer über einen außergewöhnlichen Fußballer.

Israel Suero hat 16 Tätowierungen auf seinem Körper. „Auf den Beinen geht es um Kraft und Schnelligkeit, und am restlichen Körper geht es um meine Familie. Ich mag das“, erklärt der Spanier seine Körperbemalungen. Mittlerweile findet er Deutschland und die SV Elversberg super. Auch wenn das Wetter nicht immer toll ist und die Lebenskosten viel höher sind als in Spanien. Um die Sprache besser zu lernen hat ihm die SVE einen Deutschlehrer organisiert. „Ich habe hier ja auch sehr erfahrene Spieler, die mir in allen Belangen helfen“, sagt Suero und zwinkert seinem 38-jährigen Kapitän zu. Leandro Grech schüttelt den Kopf. „Ich glaube, die lassen bei Real Madrid wirklich jeden mitspielen.“ Wieder lachen beide und machen sich auf den Weg in die Kabine.