"In Kanada kann es wieder turbulent werden"

Herr Vettel, in Kanada beginnt das zweite Saisondrittel. Viele Rennkilometer haben Sie bis jetzt noch nicht hinbekommen. Haben Sie sich Vorwürfe zu machen?Sebastian Vettel: Nein. Es gibt ja genügend Fernsehbilder. Wir hatten drei Mal eine Kollision in der ersten Runde, einen technischen Ausfall, es ist halt ziemlich viel schief gelaufen

 Als Überraschungs-Fünfter im letzten Rennen in Monaco hatte Sebastian Vettel gut lachen. Er holte vier WM-Punkte. Foto: dpa

Als Überraschungs-Fünfter im letzten Rennen in Monaco hatte Sebastian Vettel gut lachen. Er holte vier WM-Punkte. Foto: dpa

Herr Vettel, in Kanada beginnt das zweite Saisondrittel. Viele Rennkilometer haben Sie bis jetzt noch nicht hinbekommen. Haben Sie sich Vorwürfe zu machen?

Sebastian Vettel: Nein. Es gibt ja genügend Fernsehbilder. Wir hatten drei Mal eine Kollision in der ersten Runde, einen technischen Ausfall, es ist halt ziemlich viel schief gelaufen. Aber dann kam Monaco, wo ich als Fünfter meine ersten Saisonpunkte auch noch von Platz 19 geholt habe, das war einfach großartig. Ich kann es immer noch nicht glauben.

Zuvor hat sich von Rennen zu Rennen wegen der Ausfälle sicher eine Menge Frust aufgebaut. Wie gehen Sie damit um?

Vettel: Natürlich ist der Ärger groß, aber wenn man dafür nichts kann, dann gibt es keinen Grund, sich mehr als nur einen Moment aufzuregen.

Gab es vom Teamchef Gerhard Berger Vorwürfe oder den Rat, sich mehr zurückzuhalten?

Vettel: Nein. Dafür waren die Gründe für die Zwischenfälle zu klar.

Gerhard Berger hat selbst mit einigem Erfolg 210 Rennen, davon 10 Siege, absolviert. Mischt er sich da insbesondere bei einem Neuling auch in fahrerische Dinge ein?

Vettel: Details zum Fahren zu erklären, das ist schwierig, aber zu Besonderheiten der Strecken wie in Monaco, wo ich bisher nur zwei Mal in anderen Serien gefahren bin, oder zu Montreal, die ich gar nicht kenne, kann er mir schon ein paar Tipps geben. Die meisten Strecken haben ihren Charakter ja behalten, aber die Autos aus seiner Zeit waren schon sehr anders.

Wie bereiten Sie sich auf eine unbekannte Strecke vor?

Vettel: Ich gehe die Strecke erst einmal zu Fuß ab. Da merke ich mir schon die Anbremspunkte, Einlenk- und Scheitelpunkte und ein paar spezielle Dinge. Nach vier, fünf Runden im ersten freien Training habe ich dann die Strecke intus.

Nutzen Sie nicht die Playstation, um die Strecke kennenzulernen? Adrian Sutil ist geradezu ein Fan dieser Art freien Trainings.

Vettel: Die Playstation ist Spaß für mich, mehr nicht. Wahrscheinlich ist die Playstation der Grund für Adrian, warum er häufig so spät in der ersten Kurve bremst (Anmerkung: Sutil hat Vettel in Bahrain in der ersten Kurve vonder Bahn gerammt).

Der Circuit Gilles Villeneuve in Montreal steht für Horror-Unfälle. Was kann passieren?

Vettel: Ja, da hat's schon oft richtig gekracht. Ich denke an den Kubica-Unfall letztes Jahr und zuvor an Ralf Schumachers Unfall. Es kann wieder turbulent werden, vor allem, wenn es regnet. Der Kurs hat zwar Auslaufzonen, aber auch die sogenannte "Wall of Champions", die Mauer, die schon großen Fahrern zumVerhängnis wurde. Hier ist äußerste Präzision verlangt.

Toro Rosso soll möglicherweise verkauft werden. Ist das ein Grund für Sie, sich Sorgen zu machen?

Vettel: Ich konzentriere mich ganz auf dieses Jahr, da gibt es genug zu tun. Was dann kommt, weiß ich nicht.

Gerüchte besagten, dass Sie Felipe Massa bei Ferrari ablösen würden.

Vettel: Gerüchte gibt es immer. Irgenwann taucht dann auch mal mein Name auf.

Am Rande

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen sieht den Automobil-Weltverband Fia nach der Bestätigung von Max Mosley im Amt des Präsidenten in einer schwierigen Situation: "Es ist nicht übertrieben, von einer Zerreißprobe zu reden. Natürlich belastet die Situation nicht nur die Fia und ihre Mitgliedsclubs, sondern auch die Partner der Fia, das sind die Autoindustrie und eben auch der Motorsport." Der in einen Sexskandal verwickelte Mosley hatte am Dienstag eine Vertrauensabstimmung gewonnen. dpa

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