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Fußball-Saarlandliga: In drei Jahren zum Aufstiegs-Favoriten

Fußball-Saarlandliga : In drei Jahren zum Aufstiegs-Favoriten

Mit Trainer Oliver Dillinger hat der Fußball-Saarlandligist VfB Dillingen eine beeindruckende Entwicklung hingelegt.

Vom Abstiegskandidaten zum Spitzenteam – diese Entwicklung hat Trainer Oliver Dillinger mit dem Fußball-Saarlandligisten VfB Dillingen in den vergangenen drei Jahren hingelegt. Als Dillinger sein Amt im April 2014 antrat, stand der VfB auf einem Abstiegsplatz. Jetzt ist er vor dem Top-Duell der Liga an diesem Samstag um 16 Uhr zu Hause gegen den Tabellenzweiten Herrensohr der Spitzenreiter und Favorit auf den Aufstieg.

Dass der Verein Dillinger mitten im Abstiegskampf verpflichtete, kam überraschend. „Das war schon ein Wagnis“, weiß auch der heute 40-Jährige: „Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keinerlei Erfahrung im Aktivenbereich.“ Bevor Dillinger beim VfB anheuerte, hatte er immer als Jugendtrainer gearbeitet, unter anderem bei der SV Elversberg, der JFG Saarlouis und in der Eliteschule für Mädchen- und Frauenfußball in Saarbrücken.

Mit zum VfB brachte Dillinger damals Co-Trainer Ignacio Coniglio. Vor der vergangenen Runde wurde das Trainer-Team um Benjamin Heinrichs und Daniel Grün ergänzt. Zählt man noch Torwart-Trainer Dietmar Kimmling dazu, hat der Verein insgesamt fünf Übungsleiter. Eine Tatsache, die von vielen Ligakonkurrenten kritisch beäugt – wenn nicht sogar verspottet wurde. Doch Dillinger sagt: „Ich bin absolut überzeugt davon, dass die Arbeit in so einem großen Team sinnvoll ist. Jeder hat seine Stärken. Und wenn man die alle in einen Topf wirft, dann kommt etwas Gutes dabei raus.“ Was Dillinger wichtig ist: Alle im Trainer-Team kennt er schon länger, sodass eine Vertrauensbasis gegeben ist. „Ingnacio ist seit über 20 Jahren mein bester Freund. Benjamin kenne ich aus meiner Zeit als Trainer an der Eliteschule für Mädchen- und Frauenfußball.“

Zumindest der Blick auf die Tabelle scheint Dillinger Recht zu geben, dass das große Trainer-Team eine vernünftige Sache ist. Vergangene Runde wurde der VfB Fünfter – das beste Ergebnis seit dem Wiederaufstieg in die Saarlandliga 2009. Jetzt ist der VfB ganz vorne.

In der aktuellen Runde hat Dillingen wieder ein großes, wenn auch auf einigen Positionen verändertes Trainer-Team. Coniglio ist nicht mehr Co-Trainer, sondern fungiert als sportlicher Leiter. Von Kimmling hat der ehemalige VfB-Torwart Stefan Gossrau das Torwart-Traineramt übernommen. Für Daniel Grün (jetzt C-Jugend-Trainer der JFG Saarlouis-Dillingen) wurde Daniel Kiefer als Co-Trainer mit ins Boot genommen. Der 23-jährige Kiefer war zuletzt Assistenz-Trainer der U19 des 1. FC Kaiserslautern, die in der A-Junioren-Bundesliga als Aufsteiger sensationell Zweiter wurde. Beim VfB ist Kiefer unter anderem auch für Life Kinetik und ein Wahrnehmungstraining zuständig. „Daniel hat da voll den Plan. Ich bin mir sicher, dass meine Spieler durch sein Training ihre Handlungsschnelligkeit verbessern“, erklärt Dillinger.

Auf dem Feld vertraut der VfB übrigens immer noch einem Gerüst von Spielern, die schon bei seinem Amtsantritt da waren: Torjäger Mickael Pernet (50 Treffer in 78 Spielen) etwa oder Kapitän Jannick Theobald. Ergänzt wurde das Team durch Verstärkungen wie Mathias Krauß oder den vor dieser Runde verpflichteten Abwehrchef Marius Neumeier (von Hertha Wiesbach).

Gelingt nun also zum ersten Mal seit 1994 wieder der Sprung in die Oberliga? „Ich glaube schon, dass wir diese Saison zu den besten Teams der Liga gehören“, sagt Dillinger. Beim Thema Oberliga ist der 40-Jährige aber zwiegespalten: „Ich bin ein ehrgeiziger Trainer und will Erster sein. Ich weiß aber nicht, ob die Oberliga das richtige für uns wäre – auch für unser Ziel, dass wir hier Talente aus der unmittelbaren Umgebung fördern wollen.“ Denn der Leistungsunterschied zwischen Saarlandliga und Oberliga ist groß. Das muss aktuell auch der Saarlandliga-Meister der Vorsaison, der FV Eppelborn, erkennen. „Wenn wir oben bleiben, müssen wir uns mit dem Verein gemeinsam in Ruhe überlegen, welche Liga für uns besser ist“, sagt Dillinger.