| 20:27 Uhr

1. FC Saarbrücken
In der Nibelungenstadt an die Tabellenspitze

Keine Angst vor Wormatia: Nach den Pleiten der Vergangenheit traf Kevin Behrens diesmal schon nach sechs Minuten zur Führung für den FCS.
Keine Angst vor Wormatia: Nach den Pleiten der Vergangenheit traf Kevin Behrens diesmal schon nach sechs Minuten zur Führung für den FCS. FOTO: Andreas Schlichter
Worms. Durch ein 4:1 bei Wormatia Worms zieht der 1. FC Saarbrücken in der Fußball-Regionalliga an Kickers Offenbach vorbei.

Im Montagspiel der Fußball-Regionalliga Südwest schaffte der 1. FC Saarbrücken den Sprung zurück an die Tabellenspitze. Nach überschaubarer Leistung in Halbzeit eins steigerte sich der FCS und siegte auch in der Höhe verdient mit 4:1 (1:1) bei Wormatia Worms. Trotz Fernsehübertragung waren 1438 Zuschauer ins Stadion gekommen.



Eigentlich wollte FCS-Trainer Dirk Lottner auf die Aufstellung setzen, die beim 3:0 gegen den FSV Mainz II eine ganz starke Vorstellung bot. Marco Holz rotierte nach Knieproblemen zurück ins defensive Mittelfeld. Da aber Martin Dausch beim Warmmachen signalisierte, dass er wegen Magen-Darm-Beschwerden nicht spielen kann, begann für ihn Markus Obernosterer.

Worms versuchte, mit einer tiefstehenden Fünferkette dem FCS wenig Raum für sein Kombinationsspiel zu lassen. Ein Plan, der nach sechs Minuten zum ersten Mal scheiterte. Mario Müller schickte Obernosterer über links, der flankte gefühlvoll. Kevin Behrens drückte den Ball mit der Stirn gegen die Laufrichtung von Torwart Steve Kroll neben den Pfosten – das 1:0 war ganz nach dem Geschmack der 500 mitgereisten FCS-Fans.

Die Freude dauerte aber nur neun Minuten. Dann schlug Benjamin Maas einen Ball in Richtung des Saarbrücker Strafraums. Marlon Kause und Marco Kehl-Gomez waren übertölpelt. Sebastian Schmitt nahm das Spielgerät direkt und setzte es unhaltbar für Daniel Batz unter die Latte zum 1:1 (15.).

Saarbrücken war in der Folgezeit um Spielkontrolle bemüht. Der wirkliche Zug zum Tor war aber nicht zu erkennen. Nach Doppelpass mit dem bis dahin ganz schwachen Patrick Schmidt scheiterte Obernosterer an Kroll (27.). Der Schuss von Manuel Zeitz aus 20 Metern wirkte vier Minuten später fast schon verzweifelt. Die Mannschaft von Lottner kam erst Sekunden vor dem Pausenpfiff wieder in die gefährliche Zone. Schmidts Direktabnahme rauschte am Tor vorbei, den Schuss von Kehl-Gomez entschärfte Kroll – mit 1:1 wurden die Seiten gewechselt.



Der FCS war gefordert, endlich konsequenter ins letzte Drittel zu spielen, auf der anderen Seite aber den auf Konterchancen lauernden Gastgebern nicht zu viel Platz zu lassen. Zumindest die erste Anforderung erfüllten die Blau-Schwarzen sofort. Tobias Jänicke zog aus 22 Metern ab, Torwart Kroll wehrte den Ball zur Seite ab – aber nicht weit genug. Obernosterer stand goldrichtig, schoss den Ball zum 2:1 ins kurze Eck (54.). Zwei Minuten später war die Partie entschieden. Schmidt erkämpfte sich den Ball, setzte sich mit seiner enormen Antrittsschnelligkeit von zwei Gegenspielern ab und ließ auch Kroll keine Abwehröglichkeit – das 3:1. „Spitzenreiter! Spitzenreiter!“ begannen die FCS-Fans zu singen, als sie schon wieder „Tor“ schreien. Behrens enteilte der Abwehr und überlupfte Kroll zum 4:1 (59.). Innerhalb von fünf Minuten zerlegte der FCS mit seiner bekannten Stärke im Umschaltspiel die bis dahin ordentlich mithaltenden Wormatia in ihre Einzelteile.

Das war zu viel für die Wormser Anhänger – einige stürmten die Haupttribüne, gestoppt vom Ordnungsdienst. Anders die Stimmung beim FCS: „Wir haben einen Lauf, von mir aus könnten wir morgen weiterspielen“, sagte Obernosterer.