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Champions League
In der Europa League soll die Reise weitergehen

Lukas Klostermann, Bernardo und Marvin Compper (von links) verarbeiten das Aus.
Lukas Klostermann, Bernardo und Marvin Compper (von links) verarbeiten das Aus. FOTO: Hendrik Schmidt / dpa
Leipzig. Die Bundesligisten RB Leipzig und Borussia Dortmund gehen sich in der Zwischenrunde im Februar zunächst aus dem Weg.

Für RB Leipzig und Borussia Dortmund heißt das neue Ziel: Parc Olympique Lyonnais. Das Finale der Europa League am 16. Mai 2018 vor den Toren Lyons wäre für die beiden in der Champions-­League-Gruppenphase gescheiterten Fußball-Bundesligisten das internationale Trostpflaster. „Diesen Wettbewerb hat Borussia Dortmund noch nicht gewonnen“, sagte Regisseur Nuri Sahin nach dem achtbaren 2:3 (1:2) bei Real Madrid.



Zum dritten Mal nach 1999/2000 und 2001/2002 erlebt Dortmund als Vorrunden-Dritter die Versetzung in diesen Wettbewerb. Mit nur kläglichen zwei Punkten gelang das aber bisher noch nie einem Team.

Auch Debütant RB Leipzig will international noch eine Weile mitmischen, spielte mit sieben Punkten eine solide erste Champions-League-Saison und hätte ein Weiterkommen durchaus verdient gehabt. „Es wird nicht leicht, aber wir haben auch dort die Chance, wieder Historisches zu leisten“, sagte Trainer Ralph Hasenhüttl, dessen Team nach dem 1:2 (0:1) gegen Besiktas Istanbul die Mini-Chance auf das Weiterkommen verpasste. Auch weil Porto mit dem 5:2 gegen AS Monaco nicht patzte.

Leipzig und Dortmund gehen sich in der Zwischenrunde noch aus dem Weg. So weit denken aber derzeit weder die Borussen noch RB. Sie richten den Fokus erst einmal wieder auf die Bundesliga. „Wir überwintern in Europa mit nur zwei Punkten. Das ist ein Geschenk. Aber mehr Geschenke wird es in diesem Jahr nicht mehr geben“, sagte Sahin mit Blick auf das Ligaduell morgen mit Werder Bremen. Nach nur einem Sieg aus den vergangenen zwölf Pflichtspielen soll die Trendwende eingeleitet werden. „Es ist nicht selbstverständlich, in Madrid in einer solchen Phase so zu spielen“, sagte Kapitän Marcel Schmelzer: „Aber gegen Bremen zählen nur die drei Punkte – nichts anderes.“

Mut macht den Borussen und vor allem dem angezählten Trainer Peter Bosz die Reaktion nach dem 0:2. Dank Pierre-Emerick Aubameyang (43./49.), der den BVB nach den frühen Treffern von Borja Mayoral (8.) und Cristiano Ronaldo (12.) zurück ins Spiel brachte, schien zwischenzeitlich selbst ein Sieg möglich. „Das müsste eigentlich gut für das Selbstvertrauen sein“, sagte Bosz. Der passable Auftritt verlängerte die Schonfrist für den in die Kritik geratenen Niederländer. Anders als zuletzt brach die Borussia nach Gegentoren nicht ein, sondern bewies Moral.



Moral und Willenskraft waren beim Bundesliga-Zweiten Leipzig nie das Problem. Leipzig beherrschte oft die namhaften Gegner, spielte frech und temporeich, doch bei Standards und beim Torabschluss agierten die Sachsen in Abwehr und Angriff zu unclever. Gegen Gruppensieger Besiktas hatte RB Chancen en masse, machte aber nur das 1:1 durch Naby Keita (87.). Die Türken waren mit den Toren von Alvaro Negredo (10./Foulelfmeter) und Talisca (90.) gnadenlos effizient.