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„Imposant, nervenstark, erfolgreich“

„Imposant, nervenstark, erfolgreich“

Es war das Turnier des Völklingers Yves Kunkel. Der Linksaußen führte die deutsche U20-Nationalmannschaft bei der Handball-Europameisterschaft in Österreich als bester Torschütze zum Titel.

Feiern wollten sie ganz brav "mit Milch und Wasser". Die wohl nicht ganz ernst gemeinte Ankündigung der deutschen Handball-Junioren nach dem Titelgewinn bei der U20-Europameisterschaft in Österreich war der Startschuss in eine lange Partynacht. "Wenn es hier irgendwo einen Ort zum Feiern gibt, werden wir ihn auch finden", kündigte Trainer Markus Baur grinsend an.

Zuvor hatten seine Jungs das Präsidium des Deutschen Handball-Bundes (DHB) stolz gemacht. Die von Weltmeister Baur und Axel Kromer betreute Mannschaft gewann das Finale gegen Schweden mit 26:24 (13:11) und bescherte dem DHB damit den dritten EM-Titel einer U20 nach 2004 und 2006. Bereits mit dem Finaleinzug hatte die Auswahl die Qualifikation für die WM 2015 in Brasilien in der Tasche gehabt.

"Imposant, nervenstark und erfolgreich", nannte DHB-Präsident Bernhard Bauer den Nachwuchs: "Unsere Junioren haben gezeigt, dass wir zurecht auf sie bauen. Das Finale war allerbeste Werbung für den Handballsport."

Baur hatte am Sonntagabend in Linz ein "absolut würdiges Endspiel" gesehen. "Wir haben in der ersten Halbzeit ein paar Fehler zu viel gemacht, und Schweden ist dann nach der Pause immer besser geworden. Als sie den Sack hätten zumachen können, hatten wir dann zwei ganz starke Paraden", sagte Baur und spielte damit auf zwei Szenen an, in denen Torhüter Christopher Rudeck von der SG Flensburg-Handewitt glänzend reagierte.

Bester deutscher Werfer im Finale und bei der EM war der Völklinger Yves Kunkel, der gegen Schweden neun Tore erzielte und 49 im Turnier. Der Linksaußen vom Bundesligisten GWD Minden war damit nicht nur zweitbester Torjäger der EM, sondern wurde ebenso wie Rückraumspieler Paul Drux von den Füchsen Berlin als beste Spieler auf seiner Position ins All-Star-Team der EM gewählt. Ein Riesenerfolg für Kunkel, der vor einem Jahr seinen Heimatverein HSG Völklingen und die HG Saarlouis , wo er ein Zweitspielrecht hatte, in Richtung Bundesliga verlassen hat.

"Die Geschichte hat sich genauso wieder abgespielt wie 2012, Österreich ist ein gutes Pflaster für uns", sagte Kunkel. Damals hatte der Jahrgang bei der U18 unter Trainer Klaus-Dieter Petersen ebenfalls in Österreich den EM-Titel geholt. "Am Anfang haben wir gut losgelegt, am Ende hatten wir einen Durchhänger, am Schluss haben wir das Spiel rumgebogen", freute sich Kunkel: "So haben wir uns das vorgestellt, sechs Wochen hart gearbeitet und jetzt wird gefeiert."

Und da geht es für Kunkel nicht nur um den EM-Titel, sondern auch um die Tatsache, neben Drux, Fabian Wiede (beide Füchse Berlin), Simon Ernst (VfL Gummersbach ) oder Tim Suton (Rhein-Neckar Löwen) zu den Topspielern der Zukunft zu gehören. "Ich erwarte von einigen Jungs, dass sie spätestens 2019/2020 echte Leistungsträger sind", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning auch in Richtung Kunkel. In der kommenden Saison gehe es darum, so Hanning, "diese Talente in der Liga weiter maximal zu fördern".