"Ich war sofort Feuer und Flamme"

"Ich war sofort Feuer und Flamme"

Wolfsburg. Felix Magath regiert wieder in Wolfsburg. Er soll den Fußball-Bundesligisten vor dem Abstieg retten. Der VfL-Mutterkonzern VW griff vor dem "Abstiegsgipfel" an diesem Sonntag beim VfB Stuttgart zur Radikallösung. 662 Tage nach seinem Abschied als Meistermacher kehrt Magath als Trainer und Geschäftsführer an die Stätte des Erfolgs von 2009 zurück

Wolfsburg. Felix Magath regiert wieder in Wolfsburg. Er soll den Fußball-Bundesligisten vor dem Abstieg retten. Der VfL-Mutterkonzern VW griff vor dem "Abstiegsgipfel" an diesem Sonntag beim VfB Stuttgart zur Radikallösung. 662 Tage nach seinem Abschied als Meistermacher kehrt Magath als Trainer und Geschäftsführer an die Stätte des Erfolgs von 2009 zurück. "Ich war sofort Feuer und Flamme", sagte er am Freitag bei seiner Vorstellung. Nur 48 Stunden nach der Trennung von Schalke 04 unterschrieb er beim VfL einen bis 2013 laufenden Vertrag, der auch für die 2. Liga gilt.Mit Manager und Geschäftsführer Dieter Hoeneß kennen die VW-Bosse kein Pardon. Der 58-Jährige muss seinen Stuhl wegen Erfolglosigkeit räumen. Sein Vertrag wurde nach nur gut einem Jahr aufgelöst. "Es hat sich herausgestellt, dass wir unterschiedliche Auffassungen über die nun notwendigen Maßnahmen hatten", sagte VW-Vorstandsmitglied und VfL-Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz.

Magath ist der dritte VfL-Trainer in dieser Saison. Im Februar hatte Co-Trainer Pierre Littbarski Steve McClaren abgelöst. Was mit Littbarski geschieht, ist unklar. Der 50-Jährige hat einen bis 2012 geltenden Vertrag. Am Donnerstag hatte er in einem Interview das "System Magath" kritisiert und dessen physisch und psychisch forderndes Training als einen Grund für den Absturz des VfL ausgemacht. "Selbstverständlich habe ich mit ihm darüber geredet", sagte Magath. Am Freitag standen beide gemeinsam auf dem Trainingsplatz. Magath hat aber seine Assistenten Bernd Hollerbach und Werner Leuthard mitgebracht. Beide lösten am Freitag ihre Verträge mit Schalke auf.

Der juristische Streit zwischen Schalke und Magath ist derweil hinfällig. Wie der Revier-Club am Freitagabend mitteilte, sei die Trennung "gütlich und einvernehmlich" erfolgt. Vorwürfe seien vom Tisch. "Sofern Herr Magath zustimmungspflichtige Geschäfte ohne vorherige Zustimmung des Aufsichtsrates getätigt haben sollte, sind diese durch den Aufsichtsrat nachträglich genehmigt worden", hieß es. Zu weiteren Punkten habe man Stillschweigen vereinbart.

Übrigens: Am 9. April kommt es zum Duell zwischen Schalke und Wolfsburg. Am Sonntag, 17.30 Uhr, ist Magath aber erst einmal mit Wolfsburg bei einem seiner weiteren Ex-Clubs, dem VfB Stuttgart, zu Gast. dpa

Meinung

Trainer-Sperre wäre wunderbar

Von SZ-RedakteurKai Klankert

Was sich derzeit in der Fußball-Bundesliga abspielt, ist mit normalem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar. Und Felix Magath hat mit seinem Nacht-und-Nebel-Wechsel zum VfL Wolfsburg, so kurz nach der Trennung von Schalke 04, dem Ganzen noch die Krone aufgesetzt. Wer sich auf eine Aufgabe einlässt und sich nach einem derart spektakulären Scheitern noch nicht einmal eine Woche zur Selbstreflektion nimmt, dem kann man keinen Erfolg wünschen.

Eigentlich müsste ein solches Gebahren, egal ob von Trainern oder Vereinen, untersagt werden. Wenn es eine Möglichkeit gäbe, Trainer für den Rest einer laufenden Saison für Ligakonkurrenten zu sperren, wäre das wunderbar.

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