„Ich sitze ja hier“

„Ich sitze ja hier“

Der Auersmacher Jonas Hector bestätigt im Trainingslager des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln, dass er seinen Vertrag in der Domstadt erfüllen will. Trotz einiger guter Angebote für den Defensivspieler.

Jörg Schmadtke hat die Kappe tief ins Gesicht gezogen und beobachtet das Training der FC-Profis in der Kulisse der Kitzbüheler Alpen wohlwollend. Seit Donnerstag bereitet sich Fußball-Bundesligist 1. FC Köln im Wintersportort auf die neue Saison vor und ist voll im Plan. Auch EM-Teilnehmer Jonas Hector mischt bei den Einheiten wieder voll mit. "Er ist unser Nationalspieler und ein Stück weit auch unser Aushängeschild. Dass er durch die EM an Popularität auch außerhalb von Köln gewonnen hat, freut uns", sagte Schmadtke über den Saarländer.

Nach der Trainingseinheit am Samstag unterhielt sich Schmadtke auf der Terrasse im Teamquartier "Kitzbühel Hotel Das Tirol" lange und intensiv mit dem Auersmacher. Vermutlich ging es in dem Gespräch auch um dessen sportliche Zukunft und die ihm zugedachte tragende Rolle beim FC. Spekulationen, der 26-Jährige könne Köln noch in diesem Sommer vorzeitig verlassen, wies Schmadtke jedenfalls zurück. "Es gibt keine Bestrebungen, ihn abzugeben und keine Anzeichen, dass er wegwill."

Hector bestätigte gestern, dass er seinen Vertrag bis 2018 erfüllen will. "Ich sitze ja hier und habe nie etwas Gegenteiliges behauptet. Von daher steht dem nichts im Wege", sagte er in einer Medienrunde und ergänzte: "Wenn ich gehen wollen würde, hätte ich mir den ganzen Stress mit den Journalisten nicht angetan." Sogar eine Vertragsverlängerung bei den "Geißböcken" könne er sich vorstellen. "Auszuschließen ist das nicht." Zuletzt soll Hector gar ein Angebot des FC Barcelona abgelehnt haben.

Schmadtke ist klar, dass der Linksverteidiger seinen Marktwert mit den guten Auftritten in Frankreich und besonders mit dem verwandelten Strafstoß zum Sieg im Elfmeterschießen des EM-Viertelfinals gegen Italien gesteigert hat. "Wahrscheinlich", meint der Manager. Aber es sei "komisch, dass ein verwandelter Elfmeter den Marktwert verändert. Wir waren immer von seinen fußballerischen Qualitäten überzeugt."

Für Schmadtke gibt es keinen Grund, Hector ins Schaufenster zu stellen, um womöglich einen hohen Transfererlös zu erzielen. Im Gegenteil. Er mahnt Vertragstreue an, auch wenn es "heutzutage oft keine Rolle mehr zu spielen" scheine, "ob ein Spieler einen Vertrag hat oder nicht". Ohnehin betrachtet Schmadtke das Transfergebaren einiger Vereine und die in diesem Sommer explodierenden Ablösesummen mit Sorge. Für kleinere oder mittelgroße Clubs wie Köln sei es "gefährlich", den Wahnsinn mitzumachen. Sie könnten langfristig auf der Strecke bleiben. "Dass der eine oder andere Verein glaubt, er müsse da mithalten, könnte zum Problem werden. Ich bin gespannt, wenn einige in ein oder zwei Jahren Kassensturz machen."

Nicht zuletzt deshalb blieb Schmadtke im Poker um Salif Sané hart, war nicht bereit, die von Hannover 96 geforderten zehn Millionen Euro für den Abwehrspieler hinzublättern, auch wenn das finanziell machbar gewesen wäre. "Das Thema ist erledigt. Wir haben ein zweites Angebot hinterlegt. Das ist negiert worden, und wir respektieren dies." Ein drittes Angebot werde es nicht geben.

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