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„Ich möchte das professioneller aufziehen“

„Ich möchte das professioneller aufziehen“

Profi-Boxer Jürgen Doberstein will seine Karriere weiter vorantreiben. Dies wird der Saarländer wahrscheinlich nicht mehr mit seinem bisherigen Boxstall tun. Die St. Ingberter DOG Event & Boxing Company hat auf seinen Wunsch einen Aufhebungsvertrag aufgesetzt.

Weltmeister werden - das hat Jürgen Doberstein seiner Mutter versprochen, als er mit dem Boxen anfing. 2010 konkretisierte er dieses Ziel: Mit 26 Jahren will er sich spätestens einen WM-Titel um die Hüfte schnallen. Doch seit seinem Punktsieg im vergangenen September gegen den Südafrikaner William Gare in der Saarbrücker Saarlandhalle ist es ruhig geworden um den Saarländer. Die ursprünglich geplante Amerika-Reise - die ihn in Übersee bekannt machen sollte - ist geplatzt, ein neuer Gegner steht noch nicht fest. "Ich werde jetzt 25 und will, dass es besser läuft als bisher", stellt der "Dobermann" klar.

Ob er dieses Vorhaben mit der DOG Event & Boxing Company umsetzen wird, ist unklar. Der Vertrag mit seinem bisherigen Boxstall aus St. Ingbert ist laut Doberstein ungültig. Sein (Ex-) Manager Oliver Heib sieht dies zwar anders, doch er will Doberstein "keine Steine in den Weg legen". Ein Aufhebungsvertrag ist in Arbeit. Trotzdem bietet er seinem bisherigen Schützling einen neuen Manager- und einen Promotervertrag an - mit offenbar deutlich verbesserten Konditionen.

Nun geht es um die Zukunft von Jürgen Doberstein. Der Supermittelgewichtler verhandelt momentan eigenständig mit Sponsoren, die ihn unterstützen sollen. Einen neuen Boxstall hat der Intercontinental-Meister des kleineren Boxverbandes WBF noch nicht. Er schließt nicht aus, in Zukunft weiter für DOG zu kämpfen. "Aber natürlich spreche ich auch mit anderen Boxställen", sagt der Modellathlet, der vor seiner Rückkehr ins Saarland beim renommierten Sauerland-Stall unter Vertrag stand (2007 bis 2010). Zur Zeit arbeitet Doberstein nebenher noch zwei Mal in der Woche bei der St. Ingberter Firma Festo. "Ich möchte das professioneller aufziehen und mich ganz auf den Sport konzentrieren", sagt er unmissverständlich.

Ungeachtet der schwierigen Situation, die spätestens Ende Februar geklärt sein soll, will Doberstein mit seinem langjährigen Trainer Sergej Ostrovski weitermachen. Und auch im Saarland würde er gerne bleiben. "Selbst wenn ich zu einem anderen Boxstall gehen würde, heißt das nicht, dass ich das Saarland verlasse", verdeutlicht Doberstein: "Alexander Povetkin lebt und trainiert beispielsweise in Russland und kämpft für den Sauerland-Boxstall." Povetkin verlor im Oktober 2013 gegen Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko nach Punkten.

Punkte für die Weltrangliste hat Doberstein in den vergangenen Jahren viele gesammelt. Dort wird er auf Rang 30 geführt. Hinter WBO-Weltmeister Robert Stieglitz und Arthur Abraham ist der St. Ingberter in Deutschland sogar die Nummer drei. Stieglitz und Abraham treffen am 1. März bereits zum dritten Mal aufeinander - das Fernsehen wird erneut live übertragen. Jeder konnte bislang ein Duell für sich entscheiden, zuletzt überrannte Stieglitz seinen Gegner förmlich.

Abraham musste für den erneuten Kampf seinen WBO-Intercontinental-Gürtel niederlegen. Und um diesen nun vakanten Titel würde Jürgen Doberstein gerne kämpfen: "Wenn möglich im Mai. Und wenn ich gewinnen würde, wäre ich der Pflichtherausforderer für den Weltmeister." Sprich für den Sieger aus dem Duell Stieglitz gegen Abraham. Dann hätte Doberstein die Bühne, die er sich wünscht. Dann hätte Doberstein wohl Ende des Jahres seinen WM-Kampf - und wäre nur noch einen Schritt von seinem Versprechen entfernt: Weltmeister werden.