1. Sport
  2. Saar-Sport

Fußball: „Ich mache den Job halt gerne!“

Fußball : „Ich mache den Job halt gerne!“

Marc Lauer vom SV Weiskirchen Konfeld ist einer der dienstältesten Trainer im Kreis Merzig-Wadern. In den vergangenen Jahren spielt er mit der Mannschaft immer oben mit – obwohl das Team eine kleine Schwäche hat.

Thomas Schaaf war 14 Jahre lang Trainer von Fußball-Bundesligist Werder Bremen, Otto Rehagel hielt es an der Weser sogar noch ein wenig länger aus: 14 Jahre und drei Monate. Volker Finke trainierte den SC Freiburg sogar 16 Jahre lang.

Dagegen lesen sich die jetzt fast sieben Jahre, die Marc Lauer als Trainer des SV Weiskirchen Konfeld in der Fußball-Landesliga West arbeitet, relativ bescheiden. Doch im Gegensatz zu den eingangs erwähnten Namen, die mittlerweile nicht mehr tätig sind, ist Marc Lauer noch im Geschäft – und hat seinen Vertrag erneut verlängert. Ihm zur Seite steht Bruder Peter Lauer, der auf dem Platz für die Tore zuständig ist. Marc ist seit der Saison 2019/20 – von einigen Kurzeinsätzen abgesehen – nur noch Trainer und steuert das Geschehen von außen.

Auf die Frage, warum er schon so lange in Weiskirchen das Zepter schwingt, hat Lauer eine einfache, aber einleuchtende Antwort: „Es macht halt einfach Spaß.“

Der Spaß begann 2014, als Lauer als Spieler in die Kur-Gemeinde wechselte. „Ich war als Torhüter zuvor in Hasborn, später in Wadern. Mit Wadern stiegen wir ab, sodass wir mit Weiskirchen in einer Liga spielten. Dann kam die Anfrage des SVW – und so bin ich hier gelandet“, sagt Lauer.

Es war für ihn kein Sprung ins kalte Wasser, Lauer stammt aus Weiskirchen und war mit den dortigen Gegebenheiten bestens vertraut. Schon nach wenigen Monaten wurde er in die Trainer-Verantwortung genommen. „Wir spielten in jenem Jahr eine schwache Saison, sodass der Vorstand auf der Trainer-Position was ändern wollte. Steffen Schommer und ich haben die Sache übernommen – und es ist uns gelungen, die Saison noch mit einem Mittelfeld-Platz zu beenden“, blickt Lauer zurück.

Ein richtungsweisendes Jahr im Vereins-Leben der Fußballer war 2017. „Damals fusionierten die Vereine Weiskirchen und Konfeld. Das war wichtig, denn durch die Fusion wurde die Breite des Kaders doch gehörig aufgepeppt, und wir konnten auch in der zweiten Mannschaft wieder guten Fußball spielen“, erinnert sich Lauer.

In den Jahren seines Schaffens kratzte er mit seiner Truppe einige Male am Aufstieg. Am ehesten dran war man vor einem Jahr, als Weiskirchen die Saison mit Rang zwei beendete. Im entscheidenden Relegations-Spiel um den Aufstieg in Körprich hatte aber der SV Gersweiler beim Elfmeter-Schießen die besseren Nerven und zog in die Verbandsliga ein.

Auch in diesem Jahr läuft es nicht schlecht für die Weiskircher, allerdings muss sich der Trainer die Frage gefallen lassen, warum sein Team zu Beginn der Runde nie so richtig ins Rollen kommt. Auch diesmal gab es aus den ersten sieben Spielen nur magere zehn Punkte, dafür aber drei Niederlagen. Zum Vergleich: Im kompletten Rest der Saison folgte nur noch eine einzige Partie ohne Punkte. „Unsere eigene Erwartungs-Haltung ist immer recht groß. Vielleicht ein wenig zu groß. Oft haben wir erst im September den Rhythmus gefunden – und dann müssen wir halt jedes Mal eine Aufholjagd starten“, zuckt Lauer mit den Schultern. „Am Fitness-Stand kann es nicht liegen, denn wir spielen auch anfangs ordentlichen Fußball, nur das Ergebnis passt nicht.“

Auch in diesem Jahr hat die Aufholjagd geklappt, Weiskirchen liegt auf dem zweiten Platz der Tabelle, fünf Zähler hinter der SG Wadrill-Sitzerath (die allerdings ein Spiel weniger bestritten hat). Womit wir zur Frage kommen, wie Lauer die Sache mit der Rest-Runde sieht: „Tja, mit jeder Woche, die die Spielpause andauert, wird es schwerer, eine Lösung zu finden. Klar, am liebsten würden wir weiterspielen. Aber so langsam verliere ich den Glauben daran, dass das noch was wird. Wenn es nicht weitergeht, dann wäre mein Vorschlag, die Runde komplett aus der Wertung zu nehmen.“

Dass das natürlich nicht jeden Verein freut, dessen ist sich Lauer bewusst. „Doch egal, wie du es machst, es wird immer Härtefälle geben. Einer ist immer benachteiligt.“

Zur neuen Saison geht Lauer, der seine Brötchen als Polizist verdient, dann jedenfalls in sein siebtes Trainer-Jahr beim SVW. „Das ist eine lange Zeit mit Höhen und Tiefen. Zusammen mit meinem Bruder haben wir in den letzten Jahren hier was aufgebaut, worauf Peter und ich stolz sind“, meint Lauer und verweist auf die Tatsache, dass von den 16 Leuten des engeren Landesliga-Kaders zwölf aus Weiskirchen und Konfeld sind. „Es ist uns gelungen, in den vergangenen Jahren viele Spieler, die ursprünglich aus Weiskirchen sind, dazu zu bewegen, auch wieder hier zu spielen.“ Hinzu kommt der Anspruch des Vereins, jedes Jahr oben mitzuspielen. „Der Kader, der auch in der neuen Saison komplett zusammen bleibt, ist dazu durchaus in der Lage. Peter und ich, wir sind hier noch nicht am Ende. Die Geschichte kann noch einige Zeit weitergehen.“