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"Huuuth" ist wieder da

Shanghai. Abstieg in England, Aufstieg in Deutschland: Fast drei Jahre nach seinem letzten Einsatz bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 feiert Robert Huth heute im Länderspiel gegen China (14 Uhr/ARD) die lang ersehnte Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft Von Klaus Bergmann und Jens Mende (dpa)

Shanghai. Abstieg in England, Aufstieg in Deutschland: Fast drei Jahre nach seinem letzten Einsatz bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 feiert Robert Huth heute im Länderspiel gegen China (14 Uhr/ARD) die lang ersehnte Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft. "Diese war immer ein Wunsch von mir", bekannte der 24-Jährige vom FC Middlesbrough, dem Bundestrainer Joachim Löw auf der Asien-Reise eine neue Chance eröffnet. "Ich hatte Robert nie abgeschrieben. Und er macht körperlich einen gut austrainierten Eindruck", sagte Löw gestern in Shanghai.Der Ausfall von Abwehrchef Per Mertesacker (Werder Bremen), die Ausmusterung von Christoph Metzelder (Real Madrid) und die Verletzung von Innenverteidiger Serdar Tasci (VfB Stuttgart) eröffnen dem fast in Vergessenheit geratenen Huth einen Neubeginn. Die Knieverletzung von Arne Friedrich (Hertha BSC) könnte ihn in China sogar zum Abwehr-Chef werden lassen. Und das wenige Tage nach dem Abstieg mit Middlesbrough aus der englischen Premier League. "Das war ein Schock, über den ich hinwegkommen muss", sagte Huth, der in seiner Geburtsstadt Berlin 2006 beim 3:0-Sieg im Weltmeisterschafts-Gruppenspiel gegen Ecuador sein 17. und bislang letztes Länderspiel bestritt. Nun steht das Ende einer langen Leidenszeit des Abwehr-Hünen bevor, den Jürgen Klinsmann bei seinem ersten Länderspiel als Bundestrainer im August 2004 in Österreich (3:0) aus dem Hut zauberte. "Zwei Jahre war ich immer verletzt", bemerkte Huth. Eine Sprunggelenks-Verletzung hatte auch verhindert, dass Huth im März 2008 in die Nationalelf zurückkehrte. Löw hatte ihn damals für für den Europameisterschafts-Test in der Schweiz (4:0) nominiert. "Wenn er bei uns gespielt hat, hat Robert einen guten Eindruck gemacht", erinnerte Löw an vergangene Zeiten, als die deutschen Fans den kantigen Verteidiger mit ihren "Huuuth"-Rufen feierten. "In dieser Saison hat es wieder besser geklappt", erklärte Huth zu der für ihn persönlich guten Spielzeit in Middlesbrough. Die Rückkehr in die Nationalmannschaft ist für den Deutschen auch eine Bewerbungs-Chance für einen neuen Arbeitgeber, denn trotz eines bis 2011 gültigen Vertrags will er Middlesbrough nicht in die 2. Liga begleiten. "Doch es wird keine schnelle Entscheidung geben", sagte er auf der Asien-Reise. Die Ablösesumme für Huth wird auf mehr als fünf Millionen Euro taxiert. Eine Rückkehr nach Deutschland ist für Huth denkbar: "Vorstellen kann ich es mir auf jeden Fall, in der Bundesliga zu spielen."


Auf einen BlickBundestrainer Joachim Löw rechnet für das Spiel gegen China mit dem Einsatz von Arne Friedrich (Hertha BSC). Der Verteidiger, der heute 30. Geburtstag feiert, fehlte wegen Knieschmerzen im Abschlusstraining der deutschen Nationalelf. Auch beim Schalker Heiko Westermann (Schlag auf die Ferse) bestehe Hoffnung auf ein Mitwirken. dpa