1. Sport
  2. Saar-Sport

American Football: Hurricanes bringen sich wieder um den Lohn

American Football : Hurricanes bringen sich wieder um den Lohn

Der Football-Bundesligist hat sein letztes Saison-Heimspiel verloren und steht nun mit dem Rücken zur Wand. Die Relegation droht.

Nach dem Spiel merkte man den Saarland Hurricanes am Samstag die Frustration an – Spieler legten sich lautstark mit ihren Trainern an, Fans verließen bedröppelt das Ellenfeldstadion. Und Cheftrainer Felix Motzki konnte seine Enttäuschung noch Minuten nach Spiel­ende nicht wirklich in Worte fassen. Mit 9:15 hat der American-Football-Bundesligist sein Heimspiel gegen die Allgäu Comets verloren und ist nun am kommenden Samstag bei den Stuttgart Scorpions zum Siegen gezwungen, um der Abstiegsrelegation noch zu entkommen.

„Mich ärgert einfach, dass die Mannschaft sich nicht belohnt“, sagte Motzki nach der elften Niederlage in Folge: „Das Spiel heute war gewinnbar, die Chancen waren da. Aber dann verbauen wir uns alles durch irgendwelche Dummheiten und unnötige, individuelle Fehler. Die Spieler sind stark, viele arbeiten hier wirklich hart – deswegen tut’s mir leid für die Mannschaft.“

Oft und schon sehr früh hatten die Canes am Samstag die Chance, sich komfortabel abzusetzen. Direkt zu Beginn kämpften sich die Saarländer durch gute Einzelaktionen des starken Quarterbacks Marcus Richardson sowie von Charles Clay und Jason Thompson bis an die Fünf-Yard-Linie der Allgäuer, kassierten dann aber wegen unsportlichen Verhaltens von Leon Helm eine 15-Yard-Strafe. Der sichere Touchdown war weg – stattdessen stand nach einem von Philipp Gabel verwandelten Field Goal nur eine 3:0-Führung auf der Anzeigetafel.

Trotzdem waren sowohl Defensive als auch Offensive der Hurricanes in der Folge deutlich besser als in den vergangenen Partien. Nach dem Motivationstraining mit Handball-Weltmeister Christian Schwarzer unter der Woche sowie einem neu formierten Angriffsspiel präsentierten sich die Gastgeber mutiger und selbstbewusster als bisher und zeigten immer wieder gute Ansätze. Wie diese Saison gewohnt, waren es dann aber wieder die Inkonsequenz sowie individuelle Fehler, die am Ende den Sieg kosteten. So jubelte Clay in der ersten Halbzeit bereits über einen Touchdown, wurde wegen eines vorangegangenen Fouls allerdings zurückgepfiffen. Stattdessen lief der Ex-Saarländer Brandon Kohn auf der Gegenseite 52 Sekunden vor dem Seitenwechsel mit dem Ball in die Endzone und schickte seine Allgäuer mit einer schmeichelhaften 7:3-Führung in die Kabine. „Ich weiß nicht, der wievielte Touchdown es war, den wir dieses Jahr wegen eines unnötigen Fouls aberkannt bekommen haben“, ärgerte sich Cheftrainer Motzki.

In der zweiten Halbzeit gaben die Canes noch mal Gas und gingen nach einem tollen Pass von Richardson auf Jan Pietsch erneut in Führung. Gleichzeitig machte die Defensive weiter Druck, ließ wenig zu und behauptete das 10:7 durch Lionel Toucet, der Kohn in der eigenen Endzone den Ball vor der Nase wegschnappte. Doch sechs Minuten vor Ende war es wieder ein individueller Fehler, der das Spiel entschied. Allgäus Matthias Schäffeler wurde komplett alleine gelassen, nahm sich den Ball und rannte fast über das gesamte Feld zum Touchdown. Das 9:15 war dann auch die letzte nennenswerte Szene für die 812 Zuschauer in Neunkirchen.

„Man muss das Positive mitnehmen – obwohl das schwer zu vermitteln ist“, sagte Motzki, der am Samstag zu allem Übel noch die Verletzungen von Helm und Sascha Beck hinnehmen musste: „An den Umständen können wir nichts ändern – deswegen müssen wir so weitermachen wie in den vergangenen Wochen. Vielleicht schaffen wir es gegen Stuttgart, uns nicht um den Lohn unserer Arbeit zu bringen.“