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HTC Neunkirchen richtete in Wiebelskirchen die Hockey-DM der A-Junioren aus

Hockey-DM : Großer Hockeysport im kleinen Saarland

Die nationale Hockey-Elite hat in Wiebelskirchen die Deutsche Meisterschaft der A-Junioren ausgespielt. Den Titel gewann in einem Herzschlagfinale der Mannheimer HC. Viel Lob gab es für den Ausrichter HTC Neunkirchen.

Mario Schachner holt einmal tief Luft, bevor er sich in Bewegung setzt und den roten Hockeyball mit seinem Schläger in Richtung gegnerisches Tor treibt. Der Kapitän des Mannheimer HC schirmt das Spielgerät geschickt mit seinem Körper ab, verlädt dann den Torwart vom Club an der Alster Hamburg – und bringt den entscheidenden Penalty zum 4:2-Sieg seiner Mannschaft im Netz unter. Der Rest ist ein blau-weißes Mannheimer Jubelknäuel, das sich auf dem Boden der Wiebelskircher Ohlenbachhalle wälzt und den Sieg der deutschen A-Jugendmeisterschaft feiert. Nach der regulären Spielzeit hatte es im Finale 1:1 gestanden. Im Penaltyschießen bewiesen die Mannheimer dann die besseren Nerven, brachten alle ihre drei Versuche im Tor der Hamburger unter.

Aus ganz Deutschland waren die Mannschaften aus den Hockeyhochburgen Hamburg, Berlin, Mülheim, Mannheim, Frankfurt und München nach Neunkirchen gereist, um den deutschen Meister zu ermitteln. Gespickt mit Nachwuchs- und Aktivennationalspielern boten sie über zwei Tage tollen Hockeysport. Die Zuschauer honorierten die hochklassige Veranstaltung und strömten zahlreich nach Wiebelskirchen. „Brechend voll“ sei die Ohlenbachhalle mit rund 1700 Zuschauern über beide Tage gewesen, freute sich Peter Bäsel, der Vorsitzende des Hockey- und Tennisclub (HTC) Neunkirchen, der die Veranstaltung ausrichtete.

Und das nicht zum ersten Mal. Bereits zum dritten Mal in Folge war der HTC in verschiedenen Altersklassen der Gastgeber für die Nachwuchs-DM. „Werbung für unseren Sport – und für unseren Verein“, sei die Veranstaltung, erklärt Bäsel, der moniert, dass Hockey im Saarland in der öffentlichen Wahrnehmung und medialen Berichterstattung eher ein Schattendasein führt. „Hockey ist in der Region unbekannt. Da kommt nach Fußball und Handball erstmal lange nichts. Das ist traurig – aber wahr“, sagt der HTC-Vorsitzende.

Umso mehr freut er sich, dass die Bemühungen des Vereins jenseits der Landesgrenzen deutlich wahrgenommen werden. Explizit lobten die Kapitäne der beiden Finalisten die Neunkircher Gastgeber. Dass der Verein die DM in diesem Jahr erneut austrug, war auch dem Umstand geschuldet, dass auch die Teilnehmer des Vorjahres dem HTC ein formidables Zeugnis ausstellten und den Verantwortlichen rieten, sich erneut zu bewerben. „Wenn man so ein Feedback bekommt, kann man nicht so viel falsch gemacht haben“, freut sich Bäsel. Er ergänzt: „Die Mannschaft vom Berliner HC war letztes Jahr erstmals dabei. Die wussten gar nicht, wohin sie Richtung Saarland fahren müssen, außer – irgendwo in die Nähe von Frankreich. Jetzt sind sie froh, dass sie wieder dabei sein konnten, weil sie sich so gut aufgehoben fühlen.“

Dass das so ist, dafür sorgten am Wochenende auch wieder 70 Mitglieder des HTC Neunkirchen, die im Einsatz waren. „Und das bei einem Verein, der nur rund 150 Mitglieder hat. Das ist nicht selbstverständlich“, sagt Bäsel, dessen Team neben der Durchführung der DM auch die Organisation von Halle und Hotel, Bewirtung und Betreuung übernahm.

Diese Straf-Ecke landete zwar nicht im Hamburger Tor. Dennoch setzten sich die Mannheimer am Ende knapp im Penaltyschießen durch. Foto: Mirko Reuther
1700 Zuschauer kamen an den beiden Turniertagen in die Ohlenbachhalle. Foto: Mirko Reuther

Und wird der HTC Neunkirchen auch im kommenden Jahr wieder der Gastgeber für die deutsche Hockey-Elite sein? „Darauf bewerben werden wir uns auf jeden Fall“, verspricht Bäsel.