| 20:15 Uhr

Fußball
HSV-Krise ist für Sammer ein Strukturproblem

Hamburg. Ex-Nationalspieler Matthias Sammer sieht beim stark abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Hamburger SV ein Strukturproblem. „Dieser rote Faden beim HSV, wie der ganze Verein organisiert ist, erscheint mir das Hauptproblem zu sein“, sagte der Europameister von 1996 im Eurosport-Interview: „Alle Situationen, Positionen, Menschen und Gremien müssen im Sinne des HSV so organisiert sein, dass man handlungsfähig ist und mit der nötigen Qualität agieren kann – aber das ist seit über einem Jahrzehnt das Riesenproblem.“

Ex-Nationalspieler Matthias Sammer sieht beim stark abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Hamburger SV ein Strukturproblem. „Dieser rote Faden beim HSV, wie der ganze Verein organisiert ist, erscheint mir das Hauptproblem zu sein“, sagte der Europameister von 1996 im Eurosport-Interview: „Alle Situationen, Positionen, Menschen und Gremien müssen im Sinne des HSV so organisiert sein, dass man handlungsfähig ist und mit der nötigen Qualität agieren kann – aber das ist seit über einem Jahrzehnt das Riesenproblem.“


Neben der Kompetenz sei fehlendes Vertrauen zwischen den Clubgremien ein weiterer Faktor des Misserfolgs. „Du kannst in Hamburg alle Vorschläge schon nachlesen, bevor sie überhaupt entschieden sind. Damit geht so viel kaputt“, sagte der Eurosport-Experte: „Die Folge sind Vertrauensverlust und Handlungsunfähigkeit.“ Das Engagement von Investor Klaus-Michael Kühne befürwortet Sammer, der 2011 vor einem Engagement bei den Hanseaten stand. Dies habe jedoch klar koordiniert und kommuniziert werden müssen – vor allem in puncto Handlungsfähigkeit und Vertrauensbasis, was ihm nie gegeben schien. Positives in einer ungeordneten Struktur werde zum Bumerang, sagte der 50-Jährige.

Der langjährige Hamburger Profi und frühere Nationaltorhüter Frank Rost beklagte die große Abhängigkeit von Kühne. „Jeder will immer nur hingehen und sich Geld leihen, das bringt dich aber immer nur tiefer in die Abhängigkeit“, sagte der 44-Jährige. Damit sei der Club auch teilweise den Launen ausgesetzt: „In den letzten Jahren ist der HSV mehr und mehr zum Selbstbedienungsladen von Beratern und Spielern geworden.“

Trotz der verfahrenen Situation mit sieben Punkten Rückstand auf den Relegationsrang 16 glaubt Rost noch an eine kleine Chance für den Bundesliga-Dino: „Ich glaube, dass es ausgemacht wird zwischen Wolfsburg, Mainz, HSV und Köln. Es bestehen noch für alle Mannschaften realistische Chancen.“