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HSV attackiert Liga-Präsident

HSV attackiert Liga-Präsident

Hamburg. Die Handball-Bundesliga (HBL) hat die Attacke des HSV Hamburg auf ihren Präsidenten Reiner Witte abgewehrt. Nach einer Sitzung gestern in Hamburg sagte Vize-Präsident Werner Fischer: "Wir sind nicht der Meinung, dass Herr Witte seine Ämter ruhen lassen muss

Hamburg. Die Handball-Bundesliga (HBL) hat die Attacke des HSV Hamburg auf ihren Präsidenten Reiner Witte abgewehrt. Nach einer Sitzung gestern in Hamburg sagte Vize-Präsident Werner Fischer: "Wir sind nicht der Meinung, dass Herr Witte seine Ämter ruhen lassen muss." Damit lehnte die Liga die Forderung des HSV ab, der Witte am Vortag aufgefordert hatte, sein Amt bis zur Klärung der Manipulationsvorwürfe gegen Bundesligist THW Kiel ruhen zu lassen. HSV-Präsident Rudolph hatte seinen Vorstoß mit der Aussage Wittes begründet, er sei "in dieser Angelegenheit befangen und mit Uwe Schwenker freundschaftlich verbunden". Dazu sagte Witte: "Ich habe mir in dieser Sache nichts vorzuwerfen."

Rudolphs hatte erklärt, bei einem Besuch auf seinem Anwesen auf Mallorca habe THW-Manager Schwenker 2007 über Schiedsrichterbestechung gesprochen, rückte. Laut Rudolph soll Schwenker gesagt haben: "Andreas, die Champions League werdet ihr nie gewinnen. Ich brauchte lange, um zu erfahren, dass dafür Schiedsrichter bestochen werden müssen." Das HBL-Präsidium erklärte, sich für die angeblichen Manipulationsversuche des THW in der Champions League nicht zuständig zu fühlen. Dies müssten Gremien des europäischen Handball-Dachverbands EHF klären. "Wenn in Holland jemand bei Rot über die Ampel fährt, dann kann er dafür in Deutschland nicht bestraft werden", sagte Witte und ergänzte: "In der Bundesliga haben keinerlei Manipulationen stattgefunden."

Auf der HBL-Sitzung brachte die Verbandsspitze "Maßnahmen zur Reduzierung des Manipulationsrisikos in internationalen Wettbewerben" auf den Weg. So sollen "bindende Ethik- und Verhaltensregeln für Mitglieder und Funktionsträger" erarbeitet und eine "Analyseroutine für auffällige Spiele" eingeführt werden, um diese "mit Wettmustern" abzugleichen. Zudem sollen Maßnahmen für Schiedsrichter ergriffen werden, um Anfälligkeit für Korruption zu senken. Vor der Sitzung hatte Witte erklärt, sich "selbstverständlich bei allen Entscheidungen, die den THW Kiel betreffen", der Stimme zu enthalten.

Über die Vorgehensweise des HSV, der die Vorwürfe gegen Witte auf einer Pressekonferenz öffentlich machte, wunderten sich einige Teilnehmer der HBL-Sitzung. Bob Hanning, Geschäftsführer des Bundesligisten Füchse Berlin, sagte: "Ob man das so machen muss, weiß ich nicht." Der frühere HSV-Trainer erklärte jedoch: "Wir brauchen endlich Aufklärung." Daran arbeitet die Kieler Staatsanwaltschaft, die dem THW in dieser Woche Einsicht in Ermittlungsakten gewähren will. Der Club und sein Manager Schwenker bestreiten alle Vorwürfe.