HSG TVA/ATSV Saarbrücken startet mit Spiel bei TV Birkenfeld/Nohfelden

HSG TVA/ATSV Saarbrücken : Die junge Mannschaft und die alte Schule

Die HSG TVA/ATSV Saarbrücken startet am Sonntag mit der Partie beim TV Birkenfeld/Nohfelden in die Saarlandliga-Saison.

„Du musst erst die Hüfte drehen, dann werfen.“ „Schneller!“ „Nochmal!“ Heinz Guthörl scheucht seine Spielerinnen durch die Sporthalle in Gersweiler. Für den Vizemeister der vergangenen Saison in der Handball-Saarlandliga der Frauen läuft die Vorbereitung auf die kommendes Wochenende beginnende neue Spielzeit auf Hochtouren. Wirklich zufrieden ist der Cheftrainer der HSG TVA/ATSV Saarbrücken nicht. Ganz unzufrieden auch nicht. „Ich will nicht jammern“, sagt der 56 Jahre alte frühere Regionalliga-Spieler, der als Kfz-Panzer-Schlosser bei der Bundeswehr in St. Wendel arbeitet. Und Guthörl ergänzt: „Alle Mannschaften haben das Problem mit Verletzten, Urlaub oder Wechselschicht. Aber es ist schon richtig – wir waren bislang in keinem Training komplett.“

Das wäre allerdings von Vorteil gewesen, befindet sich der Kader doch in einem Umbruch. Mit Aline Krause, Ina Hammer und Chantalle van Essen sind drei erfahrene Spielerinnen in die zweite Mannschaft gegangen. Sie wollen kürzer treten. Lena Berstecher fehlt nach einer Schulteroperation. Marlene Eckel hatte wegen eines Kreuzbandrisses eine Zwangspause und wurde in dieser Zeit schwanger. „Jetzt sind wir ein sehr junges Team“, sagt Saarbrückens Spielführerin und Torfrau Raphaela De Agazio. Die 23-jährige Biologie-Studentin erzählt: „Viele von uns haben schon in der Jugend-Regionalliga zusammengespielt. Wir sind eine witzige Truppe, unternehmen viel miteinander.“

Die Philosophie des Trainers ist klar. „Spiele gewinnt man in der Abwehr“, sagt Guthörl, der in seine zweite Saison bei der HSG TVA/ATSV Saarbrücken geht: „In der abgelaufenen Saison haben wir im Schnitt 21 Gegentore bekommen, im Jahr davor waren es noch 29.“ Die Defensivarbeit – der Schlüssel zum Erfolg. Schließlich sprangen die Saarbrückerinnen von Platz acht vor zwei Jahren auf Rang zwei in der vergangenen Saison. „Alte Schule“, sagt Guthörl und grinst: „In der Abwehr muss man spielen wollen. Wer zehn Mal blockt, steht selten in der Zeitung, wer zehn Tore macht schon.“

Bestenfalls blocken und treffen sollen drei der vier Neuen im Kader. Die erst 17 Jahre alte Elena De Agazio soll als dritte Torfrau vom Training mit Torwarttrainer Günter Kiefer profitieren. Vom TV Kirkel kam die 28-jährige Rückraumspielerin Lisa Eisel. „Sie ist eine echte Verstärkung, erhöht unsere Möglichkeiten“, sagt Guthörl über die Jura-Studentin. Aus der zweiten Mannschaft ist Louisa Otto aufgerückt. Die 20-Jährige ist für den Rückraum vorgesehen. Am Kreis für Unruhe und Tore sorgen soll die ebenfalls 20 Jahre alte Morgane Schniebs. „Sie hat verletzungsbedingt ein Jahr ausgesetzt und dementsprechend noch etwas aufzuholen“, berichtet Guthörl, der in der neuen Saison mit Platz vier zufrieden wäre: „Die Favoriten sind die zweiten Mannschaften der HSG DJK Marpingen-SC Alsweiler und des SV 64 Zweibrücken. Sie haben die Möglichkeit, von oben oder aus den starken Nachwuchsmannschaften aufzustocken. Auch die HG Saarlouis und der TV Merchweiler sind stark. Für uns geht es hauptsächlich darum, uns weiterzuentwickeln.“

Zum Auftakt geht es für die HSG TVA/ATSV Saarbrücken am kommenden Sonntag, 15. September, zum TV Birkenfeld/Nohfelden. Anwurf in der Sporthalle „Am Berg“ in Birkenfeld ist um 15 Uhr. Am Samstag, 21. September, ist dann um 18 Uhr Saarbrückens Angstgegner ASC Quierschied zu Gast in der Rastbachtalhalle.

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