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Homburger wollen Spaß haben und genießen

Homburger wollen Spaß haben und genießen

Homburg. Überraschung. Das Wort scheint man dieser Tage rund ums Homburger Waldstadion zu meiden wie der Teufel das Weihwasser

Homburg. Überraschung. Das Wort scheint man dieser Tage rund ums Homburger Waldstadion zu meiden wie der Teufel das Weihwasser. Vor dem wichtigsten Spiel "seit der Insolvenz in der Saison 1998/99", wie es der Vorsitzende Herbert Eder nennt, sind beim FC Homburg vielmehr Formulierungen wie "Spaß haben", "Gut aus der Affäre ziehen", "Einfach nur genießen" an der Tagesordnung. Beim Fußball-Oberligisten hat man das Gefühl, dass alle an diesem Samstag ab 19.30 Uhr in der ersten Runde des DFB-Pokals eine große Party feiern wollen. Partygäste sind die Bundesliga-Stars von Schalke 04.

Der Uefa-Cup-Sieger von 1997 schlägt da schon andere Töne an. Man fürchtet die berühmte Pokal-Schmach gegen einen "Kleinen". "Wir müssen achtsam sein, dürfen nicht überheblich auftreten", warnt Trainer Fred Rutten seine Stars um die deutschen Nationalspieler Kevin Kuranyi, Gerald Asamoah, Heiko Westermann oder Jermaine Jones. Der 45-Jährige bekräftigt vor seinem ersten Pflichtspiel mit den Königsblauen, die am kommenden Mittwoch in der Qualifikation für die Champions League Atletico Madrid erwarten: "Das Spiel ist wichtig für das Team und den gesamten Club." Der Niederländer hat Homburg am Dienstag beim 2:0 gegen Borussia Neunkirchen zum Oberliga-Start beobachten lassen. Er erklärt auf der Schalker Internetseite: "Die Homburger haben ordentlich gespielt, standen defensiv sehr gut. Sie sind ehrgeizig, wurden vom Trainer für ihre Zweikämpfe gelobt."

Ordentlich spielen, defensiv gut stehen, kämpfen - das ist genau das, was FCH-Trainer Jens Kiefer, selbst erst 33 Jahre alt, von seiner jungen Mannschaft erwartet. Große Nervosität habe er vorm Spiel der Spiele für viele seiner Jungs bei diesen nicht festgestellt. Die Vorbereitung auf den Pokalhit laufe denn auch normal ab - wie auf ein Oberliga-Spiel. 16 Uhr Treffpunkt. Kaffee trinken. Spiel besprechen. Andere Pokalspiele im TV anschauen. Und dann geht's raus auf den Platz im rappelvollen Stadion. Dort Spaß haben, nicht abschlachten lassen, das Spiel genießen. So lauten die Ziele von FCH-Stürmer Michael Petri.

Der 30-Jährige laboriert an einer Kapselverletzung im Zeh, will aber auflaufen. Der Routinier erklärt auf die Frage nach einer Chance gegen Schalke 04, er erwarte, dass der letztjährige Bundesliga-Dritte "überragend Fußball spielt". Doch in der FCH-Mannschaft sei die Stimmung vor dem Pokalhit sehr gut - und die jungen Spieler hätten vergangene Woche beim 2:3 gegen den spanischen Uefa-Cup-Teilnehmer Racing Santander überzeugt. Also insgeheim doch ein klitzekleines Fünkchen Hoffnung auf eine Überraschung? Petri sagt: "Nur, wenn wir einen überragenden Tag haben und Schalke überhaupt nichts gelingt, dann ist eine Überraschung möglich." Und da ist es dann doch gefallen: Das Wort, dass in Homburg in dieser Woche alle vermieden haben.

Auf einen Blick

Die Kassen öffnen um 16.30 Uhr. Es gibt noch Stehplatzkarten für zwölf Euro. Um die 17000 Tickets wurden im Vorverkauf abgesetzt, darunter 400 Vip-Karten. Das Vip-Zelt steht vor dem Stadion. Ins Stadion passen 22500 Zuschauer. Einlass ist um 17.30 Uhr. Die Blocks vier und fünf sind speziell für Schalke-Fans. Fallschirmspringer bringen den Ball für den Anstoß (19.30 Uhr).

Einen Fantreff für Anhänger beider Vereine gibt es auf dem Hartplatz vorm Stadion. Dort sind Essen-, Getränke- und Fanstände aufgebaut, es gibt Live-Musik und das Schalke-Mobil macht Station. Los geht's 15 Uhr. Der Ausschank endet um 24 Uhr.

Ein Verkehrsleitsystem soll per Auto anreisende Zuschauer zu Parkplätzen im Stadtgebiet lotsen. Unter anderem sind das Parkhaus an den Uni-Kliniken und das am Saarpfalz-Center in der City geöffnet. Wegen eines zeitgleichen Folkfestivals und eines Bikertreffens rechnet die Polizei mit sehr viel Verkehr. mak