Hoffnungsträger Dausch richtet FCS auf

1. FC Saarbrücken : Hoffnungsträger Dausch richtet FCS auf

Nach der Schlappe von Mannheim feierten die Saarbrücker Fans gegen Balingen den lange verletzten Routinier.

73 Minuten waren am Dienstag im Spiel des 1. FC Saarbrücken gegen Aufsteiger TSG Balingen vergangen, als sich die Anhänger des saarländischen Fußball-Regionalligisten auf der Haupttribüne des Völklinger Hermann-Neuberger-Stadions von ihren Plätzen erhoben und in den frenetischen Beifall aus der Fankurve einstimmten. Nein, es war kein weiteres Tor für den FCS gefallen, der das Spiel vor 1823 Zuschauern letztlich souverän mit 5:0 gewann. Es war „nur“ ein Spielerwechsel, der den blau-schwarzen Anhang verzückte.

Leistungsträger Steven Zellner verließ das Spielfeld, und ein Hoffnungsträger kam zu seinem Saisondebüt: Nach monatelanger Verletzungspause kehrte Martin Dausch aufs Feld zurück. „Ich war voller Glücksgefühle, alleine weil ich mich mit den Jungs warmmachen konnte“, sagt der 33-Jährige, „dass ich reingekommen bin, war natürlich klasse. Die Reaktion der Fans hat mich unglaublich gefreut.“

Dass man die Rückkehr von lange Zeit verletzten Spielern feiert, ist ein Stück weit Normalität im sonst so rauen Fußballgeschaft. Der sympathische Familienvater ist für viele FCS-Anhänger aber vielleicht auch ein zusätzliches Stück Hoffnung, das nach der 2:3-Niederlage im Spitzenspiel gegen Waldhof Mannheim in weite Ferne gerückte Ziel „Aufstieg“ doch noch erreichen zu können. „Der Trainer verlangt von mir, dass ich für die jungen Spieler da bin, dass ich im Training auch den Mund aufmache, dass ich Führungsaufgaben in der Mannschaft übernehme“, sagt Dausch zu seiner Rolle. „Wer mich kennt, weiß, dass ich mich anbieten werde, alles für den Erfolg der Mannschaft tue. Ich werde einfach nur Gas geben.“

Den Rückschlag gegen den Tabellenführer kann auch Dausch nicht wegdiskutieren, aber er lebt vor, wie man damit umgehen kann: „Ich habe das Spiel nur im Fensehen verfolgt und mitgelitten. Wir waren sicher nicht schlechter als die“, fand Dausch und ergänzte: „Die Stimmung war am Sonntag natürlich im Keller. Aber schon die Vorbereitung aufs Balingen-Spiel war wieder positiv. Ich habe am Dienstag auch in der ersten Halbzeit niemanden gesehen, der sich hängen ließ. Balingen war ein schwer zu bespielender Gegner. Und hintenraus haben wir richtig guten Fußball gespielt, auch wenn die ein Mann weniger waren.“

Dauschs Vertrag läuft zum Saisonende aus. Er hat schon erklärt, dass er gerne bleiben möchte. Doch das ist aktuell nicht sein Thema. „Wir müssen jetzt einfach den Spaß am Spiel aufrechterhalten, nach Möglichkeit alle Spiele gewinnen. Dann haben wir uns am Ende nichts vorzuwerfen, auch wenn Mannheim dann besser ist“, sagt der erfahrene Mittelfeldspieler, „am Freitag gegen Pirmasens ist doch so ein Spiel, auf das man sich freuen kann. Ein Derby unter Flutlicht. Das wird geil.“ Mit Martin Dausch hat Trainer Dirk Lottner nun wieder eine Option mehr – und die Fans haben in einer schwierigen Saisonphase einen neuen Funken Hoffnung.

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